Mit zwei neuen Weltrekorden holte sich der blinde Kenianer zwei Mal Gold in Athen. Henry Wanyoike gilt als Botschafter für die Blinden in Afrika.
Noch vor neun Jahren hatte die Welt für Henry ganz anders ausgesehen. In einem Slum von Kikuyu aufgewachsen, verlor der damals 21-Jährige über Nacht das Augenlicht. Vergangene Woche lief der blinde Kenianer bei den Paralympics in Athen zweimal Weltrekord. Im 10.000 Meter-Lauf verbesserte er seine eigene Bestzeit gleich um 57,04 Sekunden. Über 5000 Meter holte er sich bereits zum zweiten Mal olympisches Gold. Dabei war der Lauf nicht so dramatisch wie jener vor vier Jahren in Sydney, der Henry Wanyoike über Nacht berühmt gemacht hatte. Kurz vor dem Ziel war sein Begleitläufer zusammengebrochen. Henry musste ihn mit ins Ziel schleppen, in das er durch Zurufe aus dem Publikum mühsam fand. Zum Weltrekord über 5000 Meter führte ihn nun der Österreicher Michael Buchleitner. Zusammengebracht hat dieses austro-kenianische Duo die Organisation �Licht für die Welt � Christoffel Blindenmission�. Ihr verdankt Henry sein neues Leben. In deren Projekt in Kikuyu lernte er stricken und bekam seine ersten Laufschuhe. Für den Sieg in Sydney erhielt �Strick-Henry� seine erste Strickmaschine, eine zweite folgte 2002 nach dem Wien Marathon. Von den monatlich 60 Dollar Gewinn seiner Strickfirma, in der noch zwei Blinde arbeiten, finanziert der Vater eines 13-monatigen Knaben eine Schule für Slumkinder in Kikuyu. Aus Dankbarkeit wolle er das weitergeben, wie der schnellste blinde Langstreckenläufer sagt, �weil auch mir geholfen wurde, als es für mich fast aus war�.