Nach dem Rücktritt von Dr. Kurt Krenn als Bischof von St.Pölten ist wohl nicht einmal seinen Gegnern nach Jubeln zumute. Zu viel ist passiert in all diesen Jahren seit 1987, als Krenn Weihbischof von Wien und nach 1991, als ihm die Diözese St.Pölten anvertraut wurde. Zu groß ist auch der Schaden, der in all diesen Jahren entstanden ist. Enttäuschungen und angehäufte Probleme sind nicht von einem Tag auf den anderen wegzuwischen. Es ist wichtig, noch einmal die Anfänge zu sehen: Einige hatten den Ruf der Kirche Österreichs in Rom bei jeder Gelegenheit angepatzt. Die Haltung der österreichischen (und übrigens auch deutschen) Bischöfe zur Empfängnisregelung, die moderne Aufbereitung des Glaubens in den neuen Religionsbüchern und vieles mehr wurden systematisch schlecht gemacht. Die „Ankläger“ traten dabei nicht offen auf, sodass es schwer war, sich zu verteidigen. Anschwärzung war zum üblichen Stil geworden. Mit der Ernennung von Bischöfen wie Kurt Krenn und Hans Hermann Groer versuchte Rom die Richtung der Kirche in Österreich deutlich zu verändern. In beiden Fällen endete dieser Weg in einer Katastrophe. Treue und Vertrauen darf die Kirche eben nicht nur von den Gläubigen erwarten. Die Kirche muss – umgekehrt – ihren Gläubigen und ihren Diözesen selbst Vertrauen entgegenbringen. Jetzt kann manches besser werden, wenn die Kirchenleitung ihr Ohr wieder mehr den Gläubigen selbst als den „Vernaderern“ schenkt.