Es gibt Leute, die behaupten, dass jeder Mensch singen könnte. Aber wenn dem so wäre, dann hätte auch ich schon meine erste Platte aufgenommen und das soll der Menschheit erspart bleiben ... William Shatner hingegen, der selbst von sich behauptet, der Sangeskunst nicht mächtig zu sein, schenkt uns nach 36 Jahren wieder ein Spoken-Word-Album.Dass „Has Been“ zu den Highlights 2004 gezählt werden darf, ist aber nicht nur Shatner selbst, sondern auch den hochkarätigen Gästen, die auf dem Album vertreten sind, und vor allem dem Produzenten Ben Folds zu verdanken, der den Worten Shatners mit der entsprechenden musikalischen Untermalung Ausdruck verleiht. Shatner liefert ein Album ab, das zwischen Selbstironie und der schmerzlichen Selbstkritik eines 73-Jährigen schwankt. Kaum auszuhalten, die Traurigkeit und Sehnsucht eines Vaters, der nach Jahren der Stille wieder Kontakt zu seiner Tochter sucht. Ebenso bitter wie auch witzig das Eingeständnis der Filmikone, dem Leben mitunter nicht minder hilflos gegenüberzustehen wie du und ich. Und es ist der Mut zu dieser entwaffnenden Ehrlichkeit, für die wir William Shatner einen Platz in unseren Herzen freiräumen und Captain Kirk vergessen können.
William Shatner – Has Been (erschienen bei Shout! Factory)