Bisher konnten Notfallseelsorger/innen nur gemeinsam mit Mitarbeiter/innen des Roten Kreuzes Dienst tun. Ab sofort können sie auch alleine in Einsatz gehen.
Werden-Rot-Kreuz Mitarbeiter/innen zu einem Unglücksfall gerufen, entscheiden sie, ob über die medizinische Hilfe hinaus auch psychologische Betreuung notwendig ist. Dann können zusätzlich Rot-Kreuz-Leute des Kriseninterventionsteams KIT angefordert werden: um nach einem plötzlichen Todesfall die Angehörigen zu betreuen oder bei einem Unfall schwer geschockten, aber nicht verletzten Beteiligten beizustehen. Rund 265 KIT-Mitarbeiter/innen sind in ganz Oberösterreich im Einsatz. Wenn von den Betroffenen gewünscht, wird das KIT von einem der 28 Notfallseelsorger/innen Oberösterreichs begleitet.
Die 2003 gegründete Notfallseelsorge-Truppe konnte bisher – so die Vereinbarung – nicht allein auf Einsatz gehen. War kein KIT- Mitarbeiter verfügbar, durfte auch ein Notfallseelsorger keinen Dienst versehen. „In den zwei Jahren der Zusammenarbeit haben wir zueinander ein solches Vertrauen aufgebaut, dass das Rote Kreuz Notfallseelsorger/innen auch ohne Begleitung von KIT-Mitarbeitern auf Einsatz schickt“, erklärt Landesrettungskommandant Christoph Patzalt. Der Normalfall bleibt der gemeinsame Dienst, stellt Silvia Breitwieser von der Notfallseelsorge klar, aber für den Fall, dass niemand vom KIT zur Verfügung steht, kann auch ein Notfallseelsorger allein Dienst tun. Neben Rotem Kreuz und Notfallseelsorge ist Pro mente der dritte Partner im Bund bei der Begleitung von Menschen in Notsituationen. Das KIT des Roten Kreuzes hatte im Vorjahr 1400 Betreuungen, die Notfallseelsorger/innen waren heuer bei 24 Einsätzen aktiv.