Was letzte Woche in einer Reihe von Medien als große Sensation verkündet wurde, das wussten Kirchenzeitungsleser/innen schon längst: Dass eine Frau in einem Priesterseminar eine führende Rolle als Studienpräfektin einnehmen soll und dass diese der Papst noch dazu als seine Beraterin berufen hatte. Die Rede ist von Brigitte Proksch, die für die Ausbildung am Innsbrucker Canisianum – einer internationalen Priesterausbildungsstätte – mitverantwortlich ist. (KIZ vom 2. 9. 2004, Seite 2).
Berichteten also einige Medien diese Sensation reichlich spät, so sind sie bei einem anderen Thema wieder einmal vorne dran: Dass Wiens Erzbischof Kardinal Dr. Christoph Schönborn am 25. März als Präfekt der Glaubenskommission nach Rom wechseln würde. Auch Schönborns mögliche Nachfolger für Wien werden bereits genannt: Gregor Henckel-Donnersmark und Alois Schwarz. Dass gleich zwei Namen angeführt werden ,verdeutlicht, dass man sich eben doch eher auf der Ebene der Gerüchte denn der Gewissheit befindet. Generell wird eine Berufung Schönborns zwar nicht für unmöglich gehalten. Bloß: Ob sich die Fakten an die Gerüchte halten werden?