Die Einkommensverteilung klafft zunehmend weiter auseinander. Rund hundert Jahre – zwischen 1880 und 1980 war das nicht so, stellte der Leiter des Institutes für höhere Studien Dr. Bernhard Felderer beim Aschermittwochgespräch der Sparkasse OÖ fest. In den letzten drei Jahrzehnten nimmt die Ungleichheit drastisch zu, am stärksten in den Vereinigten Staaten von Amerika. Der Ansatzpunkt zum Gegensteuern heißt für ihn Bildung. Der Linzer Theologe Prof. Dr Ferdinand Reisinger zeigte auf, dass man mit der Forderung nach Gerechtigkeit allein nicht die Probleme bewältigen kann. „Es kann im Sinn der Gerechtigkeit nicht genug getan werden; aber es muss über Gerechtigkeit hinaus noch anderes und mehr geben.“ Als biblischen Anhaltspunkt griff er auf das Gleichnis vom Gutsbesitzer zurück, der auch dem letzten Arbeiter im Weinberg Lohn auszahlt. Kalte Gerechtigkeit kann dem Unfrieden dienen, meinte er. Es geht um Gönnen-Können.