Die Elisabethinen setzen auch in der Fortbildung der Mitarbeiter/innen auf Gesundheit.
Die Weichen in der Spitalsreform sind gestellt. Und alle scheinen mit dem Ergebnis „leben“ zu können, auch wenn „Nacharbeiten“ in Grieskirchen und Sierning noch eine harte Nuss werden könnten.
Auf Maßnahmen, die eine Kosteneinsparung von bis zu 70 Millionen Euro bringen, haben sich die Verhandler von Spitälern und Politik letzte Woche „zusammengerauft“. „Nicht nur der erklärte Wille zur Sparsamkeit, sondern vor allem das echte und konstruktive Bemühen aller Beteiligten, langfristig die bestehende, hervorragende Versorgungsqualität in unserem Bundesland zu halten bzw. auszubauen, werden zu guten Ergebnissen für die oberösterreichische Bevölkerung führen.“ – So schätzt das Erreichte Mag. Wolfgang Bayer ein, der Vorsitzende der Regionalkonferenzen, die die Spitalszukunft in den Regionen verhandelt haben.Die Beteiligten garantieren, dass es zu keinen Leistungskürzungen kommen werde. Da und dort sollten durch Optimierung der Strukturen und verstärkte Kooperationen sogar Leistungsverbesserungen eintreten.
Die Rolle der Ordensspitäler
„Im Zuge der Regionalkonferenzen haben alle oö. Ordensspitäler ihre Verantwortung den Patienten und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber wahrgenommen. Sie stellen damit die medizinische Versorgung und die Arbeitsplätze sicher.“ – So fällt das Resümee des ärztlichen Leiters des Krankenhauses der Elisabethinen in Linz, Oberarzt Dr. Franz Harnoncourt, aus. Die Spitäler werden Schwerpunkte profilieren, aber da und dort auch die Bettenzahl verringern. So wird die Bettenkapazität zum Beispiel bei den „Lisln“ 2008 bis 2010 um 64 reduziert. Ursprünglich war von 124 Betten die Rede. Die Krankenhäuser der Barmherzigen Brüder und der Barmherzigen Schwestern in Linz stehen unmittelbar nebeneinander. Schon im Jahr 2000 haben sie eine Kooperation mit dem Ziel begonnen, Schwerpunkte zu verändern und Parallelstrukturen zu beseitigen. Schon 2006 wird es für diese beiden Ordensspitäler eine gemeinsame Akutambulanz und Aufnahmestruktur sowie ein gemeinsames Labor geben. Bereits 2003 wurde die gemeinsame Küche errichtet. Insgesamt reduzieren die „Schwestern“ und „Brüder“ um 71 Betten.
Schließen und ausweiten
Natürlich werden Einsparungen nicht nur durch Kooperationen erreicht. Es werden auch Abteilungen geschlossen – eine Konsequenz von Schwerpunktsetzungen. Andererseits ist es, wie ein Spitalsarzt erläutert, wichtig, dass ein Spital ein möglichst breites Spektrum an Abteilungen hat. Die moderne Medizin bringt es mit sich, dass fachübergreifend gearbeitet werden muss. Der ausgehandelte Spitalsplan könne den Spagat schaffen, Kosten zu drosseln und Qualität zu sichern, ja zu mehren. Voraussetzung, so Dr. Harnoncourt, sind die von der Politik zu schaffenden Rahmenbedingungen: Etwa was die Finanzierung der Tageskliniken betrifft. (Bei stationären Augenabteilungen kann es duch sie zu deutlichen Reduktionen kommen). Oder die Sicherstellung der Nachbetreuung.
Die „Lisln“ werden, wenn es bis dahin im Linzer Raum bei HNO-Betten tatsächlich zu Überkapazitäten kommt, 2010 die HNO-Abteilung schließen. Die „Schwestern“ schließen die Augenabteilung und die Neurologie und stocken die HNO-Abteilung auf, sie übernehmen jene der „Brüder“. Bei den „Brüdern“ werden Akutbetten aus der Inneren Medizin und Chirurgie im einzurichtenden Leistungsbereich Akutgeriatrie/Remobilisation um 24 Betten ausgeweitet, aber die Innere Medizin, die Chirurgie und Gynäkologie reduziert. Gar um 55 Betten werden die Barmherzigen Brüder die Neurologie ausweiten.
Kostendeckung wie bei Landeskrankenhäusern
Die Finanzierung ist die Schlüsselfrage der Medizin, insbesondere der Spitalsmedizin. Die Spitalserhalter, die allesamt für den Kompromiss auch über eigene Schatten haben springen müssen, erwarten sich nun von der Politik, dass diese künftig auch bei den Ordenskrankenhäusern für die Deckung des gesamten Abgangs sorgt.
Die Ordenskrankenhäuser haben eine hohe Leistungsgüte, erhalten aber bislang nicht wie die Landeskrankenhäuser volle Abgangsdeckung.