Stiftsdechant Johann Holzinger folgt Wilhelm Neuwirth nach
Ausgabe: 2005/07, Stift St. Florian, St. Florian, Neuwirth, Holzinger, Chorherren, Propst
16.02.2005
- Matthäus Fellinger
Propst Wilhelm Neuwirth (links) hatte aus gesundheitlichen Gründen nach 27 Jahren seinen Rücktritt erklärt. Johann Holzinger folgt ihm nach.
Am 10. Februar wählten die Chorherren des Stiftes St. Florian Johann Holzinger als ihren neuen Propst.
„Mama, jetzt hams mi gwählt!“ Auf dem Weg vom Altomonte-Saal hinunter in die Stiftskirche zum Mittagsgebet galt der erste Anruf des künftigen Propstes von St. Florian seiner Mutter. Sie sollte die Neuigkeit nicht erst aus dem Radio erfahren müssen. Johann Holzinger wird neuer Propst des Stiftes St. Florian. Die letzte Wahl hatte es vor 27 Jahren gegeben. So lange hat Wilhelm Neuwirth das Stift geleitet. Nur eine Stunde hatte der Wahlvorgang gedauert. Generalabt Bernhard Backovsky hatte die Wahl geleitet. Zuvor feierte die Gemeinschaft in der Stiftskirche Eucharistie. „Freude soll die Kirche tragen“, setzte Backovsky als Motiv an den Anfang dieses Gottesdienstes. Dass auch in schwierigeren Phasen die Freude nicht verlorengeht, das ist auch eines der Hauptanliegen des neuen Propstes. Das große Vertrauen, das ihm durch das Votum der Mitbrüder entgegengebracht wurde, stärkt ihn. „Ich weiß, dass die Zeit schwierig ist, aber sie bietet auch viele Chancen für das Evangelium“, meint er. In den letzten Jahren wurde vom Stift St. Florian unter Propst Wilhelm Neuwirth viel zur Stärkung der Verbindung mit den Stiftspfarren unternommen. Für Holzinger ist das nun ein guter Boden, auf dem weiter gebaut werden kann. „Das ist das Erste, was die Mitbrüder im Stift und die Menschen in den Pfarren spüren müssen: Da steht einer vorne, der selber die Sache positiv sieht!“ Seelsorge unter Druck, das hält er für kein gutes Rezept. „Stärke deine Brüder – und natürlich auch die Schwestern“, bringt Holzinger seine Hauptaufgabe auf eine knappe Formel. Und diese Weisung hat schließlich schon Jesus dem Petrus mit auf den Weg gegeben. Ein älterer oder gesundheitlich angeschlagener Priester – so Holzinger – muss beispielsweise wissen, dass er etwas abgeben, oder ohne schlechtes Gewissen in Pension gehen kann. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht kommen Herausforderungen auf den neuen Propst zu. Für den Stiftsbedarf selbst würde heute ein Viertel des Hauses genügen. Das andere wird eher zur Last. „Da müssen wir schauen, dass wir Herren im eigenen Haus bleiben“, meint Holzinger. Das Um und Auf dabei: „Wir müssen schauen, dass wir wieder junge Leute in das Stift bekommen!“Insgesamt 38 Florianer Chorherren gehören – samt Pensionisten – zur Zeit der Gemeinschaft an. Sie betreuen die 33 Stiftspfarren.
Zur Person
Konsistorialrat Johann Holzinger (53) stammt aus Attnang und feierte 1971 die Ordensprofess. Nach seinen Kaplansjahren in Feldkirchen/Donau, Vöcklabruck und Attnang wurde er 1992 Pfarrer in Attnang. Seit 28. August 2004 ist er Stiftsdechant in St. Florian und Pfarrer in Hargelsberg.Am Sonntag, 6. März, 15 Uhr wird Holzinger in der Stiftskirche St. Florian zum Abt bzw. Propst geweiht.