Das Verkehrschaos in Urfahr sorgt bei Bewohnern und Pendler für Ärger. Beinahe täglich. Doch auch Pläne für eine Entlastungs-Straße verunsichern die Bevölkerung.
Für die Pfarre Linz-Christkönig ist die Situation Anlass zum Handeln. Der Pfarrgemeinderats-Fachauschuss „Bewahrung der Schöpfung“ lud zu einem Informationsabend –und 120 Menschen kamen. Nur fünf Besucher standen zu Beginn der Veranstaltung auf, als der Moderator fragte, wer sich über das geplante Umfahrungs-Projekt ausreichend informiert fühle. Der Rest kannte das Projekt nur vom Hörensagen – eine Riesenbaustelle dort, die Absiedlung einer Schrebergartensiedlung da ... So stieß die Präsentation der Planer des Landes Oberösterreich auf großes Interesse. Vorgesehen ist, einen Autobahnring um Linz zu errichten, um so die Verkehrsströme besser verteilen zu können. Der „Westring“ soll von Linz-Bindermichl in einem Tunnel unter dem Freinberg zur Donau führen, auf einer „vierten“ Donaubrücke den Fluss überqueren, in Urfahr wiederum in einen Tunnel führen und in den Autobahnknoten Urfahr münden. Das Projekt soll die städtischen Hauptstraßen entlasten. In der Rudolfstraße zum Beispiel könnte sie eine Verkehrsreduktion um 37 Prozent bringen.
Ursache sind die Pendler
Stadtrat Klaus Luger (SP) befürwortet die Realisierung einer „Unterfahrung“ von Urfahr, teilt aber kräftig in Richtung Umlandgemeinden aus: Linz müsse die Probleme der umliegenden Gemeinden ausbaden, die eine verfehlte Raumordnungspolitik betreiben. Diese falsche Politik begrenze die Möglichkeiten des öffentlichen Verkehrs.
Stadtrat Jürgen Himmelbauer von den Grünen lehnt das geplante rund 600 Millionen teure Straßenprojekt ab. Wenn man will, dass in Linz weniger Autos fahren, muss man das Geld in Nahverkehrskonzepte investieren. Die Pendler sind die Verursacher des Linzer Verkehrsproblems. Sie müsse man für die sanfte Mobilität gewinnen – für den öffentlichen Verkehr, so Himmelbauer. Von neuen Straßen hält der GrünPolitiker nichts, sie brächten nur zusätzliche Autos in die Stadt. Die Bürgerinitiative gegen den Westring sieht das ebenso.
Umdenken ist biblisch
Bei allen Diskussionen um die Details des Westrings – es ist vor allem ein Umdenken notwendig, forderte DI Günther Bsirsky, Verkehrsplaner des Landes OÖ: „Der Verkehr sind wir selbst.“ Am Westring wird mit Hochdruck geplant, für den Bereich Urfahr ist aber frühestens um 2015 Baubeginn.
Die Teilnehmer an der Veranstaltung waren froh, dass die Pfarre eine Plattform zur Auseinandersetzung bot. „Endlich eine zeitgerechte Information“, meinte eine Frau. „Ein Teil der Baustelle wird mitten im Pfarrgebiet sein und der Teil der neuen Autobahn, der nicht im Tunnel geführt wird, ist ebenfalls Pfarrgebiet von Christkönig.“ Daher ist das Bauvorhaben für Pfarrer Martin Füreder natürlich ein Thema für die Pfarre: „Was die Menschen betrifft, geht auch die Pfarre an.“