- Kirchenzeitung der Diözese Linz, Matthäus Fellinger / Ernst Gansinger
Amtseinf?hrung von Bischof Dr. Ludwig Schwarz SDB, Schwarz, Ludwig Schwarz, Bischof, Linz, Ober?sterreich, Di?zese Linz, servite domino in laetitia, Dient dem Herrn in Freude, geboren am 4. Juni 1940, Pressburg, Wien, Salesianer Don Bosco, SDB, Seels
Oberösterreich hat seinen neuen Bischof – Dr. Ludwig Schwarz – sehr herzlich empfangen. Zur Amtseinführung am 18. September sind etwa 5.000 Menschen in den Linzer Dom gekommen.
21 Bischöfe aus Österreich, aus den Partnerdiözesen und auch aus fernen Ländern (etwa Bischof Richard Weberberger aus Brasilien) sind zum Festgottesdienst in den Dom eingezogen. An der Spitze der kirchlichen Würdenträger waren Nuntius Erzbischof Dr. Georg Zur und der Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz, Kardinal Dr. Christoph Schönborn. Mit ihnen haben Dompropst Mag. Josef Ahammer sowie das Domkapitel von Linz und Wien, viele Äbte, Ordensobere, Priester und Vertreter der Diözese Linz Altbischof Maximilian und den neuen Bischof Ludwig zum Altar geleitet. Wie Salomon wolle er ein hörendes Herz von Gott erbitten, sagte Bischof Ludwig in seiner Predigt und betonte sein Anliegen, alle positiven Kräfte zu einigen. Die Kirche von Linz soll in Harmonie mit der Weltkirche und in enger Verbindung mit Rom und dem Papst wirken. Als der neue Bischof Altbischof Aichern seinen herzlichen Gruß und aufrichtigen Dank ausdrückt, spenden die Gläubigen lang anhaltenden Applaus. Mehrmals kommt es zu solchen Beifallskundgebungen, so auch, als Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer in seiner Rede betont: „Die Aichern-Jahre waren gute Jahre für unser Land.“ Pühringer hieß den neuen Bischof im Namen der Oberösterreicher/innen herzlich willkommen, was ebenfalls mit großem Apllaus bestätigt wurde. Er bat den Bischof um gute Zusammenarbeit. Der Landeshauptmann stellte dem neuen Bischof Oberösterreich vor: ein Land mit vielen guten Menschen, die heimatverbunden und weltoffen zugleich sind. In Anspielung darauf, dass die Politik an Einbürgerungen Bedingungen knüpft, meinte der Landeshauptmann: „Wir Oberösterreicher bürgern Sie als unseren Landesbischof bedingungslos ein.“ Auch für diese Aussage gab es viel Beifall. „Ab heute sind Sie Oberösterreicher. Ich hoffe, Sie sehen es als Beförderung an“, schloss Pühringer. Auch die Präsidentin der Katholischen Aktion, Margit Hauft, wünschte dem Bischof, dass er ein Herzens-Oberösterreicher werde. Der Vertreter der evangelischen Kirche, Pfarrer Mag. Friedrich Rößler, betonte das Geschenk des Miteinanders und die geübte ökumenische Praxis, im Gespräch zu bleiben und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Priesterrats-Sprecher Dr. Walter Wimmer sprach offen auch eine große Sorge an, nämlich wie es weitergehen wird, wenn bereits über 100 Pfarren ohne Priester sind. „Um der Eucharistie willen beten wir um Priester“ meinte er, er bat aber auch, Bischof Ludwig Schwarz und alle anderen Bischöfe mögen offen sein „für die Zeichen der Zeit“. Die Feier hat die Mitfeiernden tief beeindruckt. Die Stimmung bei der anschließenden Agape am Domplatz war heiter, fröhlich. Sie passte gut zum Wahlspruch von Bischof Ludwig: „Dient dem Herrn in Freude“. Unter den Mitfeiernden im Dom sah man viele Familien mit Kindern. Stellvertretend für diese fasste für die Kirchenzeitung Familie Schwalsberger aus Kematen an der Krems ihre Eindrücke zusammen: „Es war ein schönes Erlebnis.“ Frau Schwalsberger freute sich sehr, „dass wir den neuen Bischof so herzlich aufgenommen haben.“ Beeindruckt hat Bischof Ludwigs Natürlichkeit und sein Bemühen, auf alle zuzugehen. Auch die Rede des Landeshauptmanns hat ihnen sehr gut gefallen. Dem dreizehnjährigen Florian blieb besonders der Hinweis auf den Oberösterreicher-Marsch im Gedächtnis, den der Sprecher des Priesterrats, Mag. Walter Wimmer, gab: „Frisch aussa, wias drin is ... ins Gsicht gschaut und d’Händ gebn.“ Florians zwölfjähriger Bruder Martin hat sich aus der Predigt des Bischofs besonders gemerkt, dass ihm die Jugend am Herzen liegt. Angehörige verschiedener Stifte nutzten das Fest zu stiftsübergreifendem Gedankenaustausch. So auch Pater Gerhard vom Benediktinerstift Admont und Herr Markus vom Stift Reichersberg. Für P. Gerhard war es nachbarschaftliche Verbundenheit, zur Amtseinführung nach Linz zu kommen. Bischof Ludwigs Predigt lobte er als offenherzig. „Er hat versucht, den pastoralen Weg aufzuzeigen. Man spürte eine große Nähe zu Gott und den Menschen.“ Herr Markus ist gebürtiger Niederösterreicher. „Mit Bischof Ludwig wird die Diözese einen guten Weg gehen“, ist er überzeugt. „Ich freue mich richtig.“ Sehr gut aufgenommen wurde auch die musikalische Gestaltung, vor allem Mozarts „Spatzenmesse“.