Ausgabe: 2007/28, HLBLA, St. Florian, Solipreisträger, Diakoniewerk, Arbeit
11.07.2007
- Paul Stütz
Gemeinsam basteln Diakoniewerk-Bewohner/innen und die Schüler/innen der HLBLA St. Florian an den Grillzündern.
Bild unten: Reinhard (rechts) kümmert sich um den Transport der Hölzchen. Mit \"an Bord\" ist Gerald, Schüler an der HLBLA St. Florian.
Die HLBLA St. Florian – Solidaritätspreisträger/innen 2007 – besuchte Anfang Juli ihre langjährigen Freunde aus dem Diakoniewerk Gallneukirchen.
Sebastian schlägt mit dem Hammer auf die kleinen Holzstücke und zerteilt sie in kleine Spreißeln. Dass er behindert ist, merkt man nur daran, dass er etwas langsamer ist. „Die Leute hier brauchen zwar etwas länger, sind dafür aber besonders genau. Und sie helfen sich viel gegenseitig“, sagt Christine von der HLBLA St. Florian. Christine, ihre Mitschüler/innen und Bewohner/innen des Diakoniewerks in Gallneukirchen basteln an den drei Projekttagen in der letzten Schulwoche gemeinsam an den Grillanzündern.
Guter Zweck. In kleinen Gruppen geht´s ans Werk. Nachdem wieder ein Stapel an Hölzchen fertig ist, macht sich Reinhard in seinem Rollstuhl auf den Weg. Er steuert seinen Rolli über lange Gänge durch die weitläufige Anlage von der Werkstatt zu dem Jausenraum der Fördergruppe. Dort ist bereits eine kleine Gruppe mit dem Einziehen der Dochte und dem Zusammenstecken der Bünde beschäftigt. Es ist die vorletzte Station, bevor die Anzünder durch Eintauchen in heißes Wachs fertig präpariert werden. Auf einer langen Bank sitzt Martin: „Ich hab mich heute schon auf dich gefreut“, sagt er zu Karli, der neben ihm sitzt und in der Fördergruppe ist.
„Die sind so lieb.“ Die Freude ist gegenseitig. Das merken zum Beispiel die Schülerinnen Conny und Michi. Stolz zeigen sie ihre Schlüsselanhänger, die ihnen die Gallneukirchener Kollegen geschenkt haben. Mit der einfachen Begründung: „Conny und Michi sind so lieb.“ Es sind herzliche Begegnungen wie diese, von denen das Projekt lebt.
Lange Tradition. Seit 1982 gibt es die Zusammenarbeit zwischen der Landwirtschaftsschule in St. Florian und dem Diakoniewerk Gallneukirchen. „An den Treffen nehmen immer so sieben bis zehn Leute teil. Die Schüler/innen sind mit viel Herz bei der Sache“, erzählt Mag. Waltraud Adensam, die das Projekt seit gut 20 Jahren leitet. Durch Aktionen wie das Schulbuffet, bei dem die Jugendlichen Kuchen und Snacks verkaufen, konnten jährlich über 1.000 Euro gesammelt werden. Der Erlös der Grillanzünder-Bastelei geht dieses Mal jedoch nicht an das Diakoniewerk, sondern an Licht ins Dunkel. Die Anzünder werden am 24. Dezember von den Florianer Schüler/innen im ORF Landesstudio Oberösterreich verkauft.