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Drei Tage unterwegs mit Maria

Mit Pilgerbegleiter Franz Muhr auf der Via Nova
Ausgabe: 2008/19, Kneippen, Pilgerweg, Jakobs, pilgern, Bauer, Muhr, Bauer, Reichl
07.05.2008
- Matthäus Fellinger


Ein Ehepaar, das schon den Jakobs-Pilgerweg gegangen ist, und Leute, die Pilgern einfach einmal probieren wollten. Das ist die Gruppe jener 16 Frauen und Männer, die sich mit Pilgerbegleiter Franz Muhr zu Christi Himmelfahrt für drei Tage auf der „Via Nova” auf Pilgerschaft begab.

Hätt’ nicht gemeint, dass man beim Pilgern so viele Lasten ablegen kann“, sagt Hans Burgstaller. Der Frühpensionist hat sich zum ersten Mal im Leben auf einen mehrtägigen Pilgerweg gemacht. Bei seiner Mutter hat er den Prospekt auf dem Tisch liegen gesehen. „Maria, Mutter Gottes – Schutz und Hilfe“. Unter diesem Thema wurde zu einem dreitägigen Pilgergang eingeladen – von St. Marienkirchen bei Schärding bis nach Maria Schmolln.“ Das hat mich gleich angesprochen, erzählt Burgstaller, denn „auf die Mutter Gottes vertraue ich sowieso“. Vielleicht würde er ein paar Sachen loswerden. Offen steht Hans zu seiner Erkrankung. Er leidet an Depressionen und musste deshalb den Beruf aufgeben. Medikamente sind das eine. Darüber reden können, ist das andere. Beim Pilgern findet Hans Gehör.Der Weg ist ein Stück der Via Nova, des neuen, 2005 eröffneten Europäischen Pilgerweges vom bayerischen Metten über Passau bis nach St. Wolfgang.

Der Bauer als Pilgerbegleiter. Franz Muhr aus Loibichl sorgt als „Pilgerbegleiter“ dafür, dass die Pilgerschar gut ans Pilgerziel gelangt. Daheim betreibt er mit seiner Frau Maria eine Bio-Landwirtschaft mit Ab-Hof-Verkauf. Über die Alltagsarbeit hinaus wollte Franz schon immer etwas machen, das ihn vor allem mit Menschen zusammenführt. Lange ist er als junger Mensch Jungscharleiter, auch Dekanats-Verantwortlicher, gewesen. Als er von einer Ausbildung zum Pilgerbegleiter hörte, interessierte ihn das sofort. Seine Frau war zwar nicht begeistert, sie schlossen aber einen Kompromiss. Die Kühe wurden hergegeben. Jetzt beweiden Schafe die Wiesen am Hof. „Der Weg geht ja praktisch an meiner Haustür vorbei“, erzählt Irmgard Neumayr aus Reichersberg. Überlegt hatte sie es ja schon öfter, aber jetzt hat sie sich wirklich entschieden. Und es geht ihr gut, gegen Ende des zweiten Tages. Marianne Wolfsberger und Maria Zaglmayr haben sich überhaupt erst am Vortag entschieden, mitzugehen. Auch sie sind Erstlinge. Sie kommen aus St. Marienkirchen, dem Ausgangspunkt des Weges.

Wieder glücklich. Unter den Pilgerinnen und Pilgern ist eine Frau, die aus großer Dankbarkeit mitgeht – dafür nämlich, dass sich ihr Leben nach schweren Jahren zum Positiven gewandelt hat. „Es hat so vieles nicht gepasst“, sagt sie, „aber jetzt bin ich wieder glücklich.“Unterwegs gibt es immer wieder Pausen, auch kleine Andachten. „Herr, ich bin dein Eigentum“, singen die Pilger bei einer Kapelle über Geinberg. Die folgende halbe Stunde gehen sie schweigend weiter. Diese Schweigezeit läutet Franz Muhr mit seiner „Klangschale“ ein. Pilgern ist auch ein Weg nach innen.







Stationen auf dem Weg

Zum dreitägigen Pilgerweg auf der Via Nova hatte das Bildungswerk der Diözese Linz eingeladen. So gab es auf dem Pilgerweg auch Begegnungsstationen.

Naturschule in St. Veit. In St. Veit zeigte Herta Tiefenthaler den Pilgerinnen und Pilgern den Kräutergarten der Naturschule in St. Veit, in dem jetzt im Frühling all die guten Kräuter neu zu sprießen beginnen. Sie pflegt diesen Garten und sie verwertet auch die Früchte des Gartens.
Wussten Sie, dass Brennnesseln hundertmal so viel Vitamin C enthalten als Salat und dass Brennnessel-Samen, jeden Tag ein kleines Löffelchen, im Winter die Abwehrkraft enorm stärken? Oder dass der „Waldmeister“, getrocknet und in Säckchen gefüllt, ein noch viel wirksameres Mittel gegen Motten ist als Lavendel?

Kneippen in Aspach. Am Abend des zweiten Pilgertages machte die Gruppe Station im Kurhaus der Marienschwestern in Aspach. Sr. Oberin Emmanuelle Reichl erzählte von der Entstehung und Zielsetzung des Ordens, der 1860 in Riedau gegründet wurde. Nach Aspach waren die Schwestern 1902 gekommen, und zwar in das ehemalige Schloss der Dachsberger.
Sr. Raphaela Freund hat die Kneipp-Tradition nach Aspach gebracht. Zwischen 1911 und 1945 hat sie das Kurhaus und die Schwesterngemeinschaft geprägt. Aspach ist das älteste der drei Kneipp-Kurhäuser der Marienschwestern vom Karmel. Die weiteren Häuser: Bad Mühllacken und Bad Kreuzen.
Neben den Kneipp-Therapien selbst laden die Schwestern zu Meditationen ein. Sr. Emmanuelle ist auch Pilgerbegleiterin. Alles dreht sich in Aspach um die heilende Kraft des Wassers und des Lehms. Im Hallenbad kann man auch ein „Wasserklang-Erlebnis” genießen.

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