Zyklon „Nargis“ hat seine gewaltigen katastrophalen Spuren in Myanmar/Burma hinterlassen: Zerstörte Dörfer und Reisfelder, überflutete Gebiete; jene, die nicht umgekommen sind, kämpfen ums Überleben; es fehlt an sauberem Trinkwasser, an Nahrung, Medikamenten und Unterkünften; die Seuchengefahr steigt, da Leichen verwesen. Das Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht absehbar, die Opferzahlen steigen weiter. Erinnerungen an die Tsunami-Katastrophe im Jahr 2004 werden wach. Die Menschen in Burma brauchen nun dringend Hilfe – Hilfe, die das Militärregime in Myanmar auch eine Woche nach der Katastrophe nur sehr zögerlich zulässt. Viele internationale Organisationen wollen helfen, warten jedoch mit ihren Hilfsgütern vor geschlossenen Grenzen und dürfen nicht einreisen. Wenn nicht bald Hilfe von außen gewährt wird, ist eine noch größere Katastrophe vorprogrammiert.
Das Verhalten der Militärjunta ist ob dieser humanitären Krise ein Skandal. Das Desinteresse am eigenen Volk ist nicht zu fassen. Seit über 40 Jahren herrscht ein diktatorisches Regime, welches das Land heruntergewirtschaftet hat. Die Angst, dass die desolaten Verhältnisse im abgeschotteten Myanmar, in dem Menschenrechtsverletzungen tagtäglich geschehen, nach außen dringen, ist groß. Es geht hier aber nicht um politische Fragen, sondern um Hilfe für Menschen, die nach solch einer Katastrophe dringend versorgt werden müssen. Dafür ist das Wissen von erfahrenen Experten internationaler Hilfsorganisationen unbedingt nötig, damit die richtigen Hilfsgüter auch wirklich dort ankommen, wo sie gebraucht werden.