Der gebürtige Linzer Volker Türk ist seit April neuer Direktor für Organisationsentwicklung und Management beim UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR.
Eine Organisation mit 6300 Mitarbeitern zu managen bedeutet, eine große Verantwortung zu übernehmen – dessen ist sich Volker Türk bewusst. Betraut mit der Weiterführung der UNHCR-Reform heißt es nun, weitere Schritte zum Schutz von Flüchtlingen zu setzen. „Die Probleme im Bereich der Flucht, der Staatenlosigkeit und der bewaffneten Konflikte nehmen zu. Befürchtet wird, dass die globale Erwärmung Millionen Menschen zur Flucht zwingt“, sagt Türk. Sein Ziel ist, „eine effektive UN-Organisation für Flüchtlinge zu bleiben, die die Zeichen der Zeit erkennt, sie meistert und an ihrem humanitären Grundgedanken des Menschenschutzes orientiert ist“, so der 42-jährige Jurist. Seine UN-Karriere hat der Kenner des internationalen Flüchtlingsrechts 1991 begonnen. Nach mehreren UNHCR-Einsätzen, etwa in Bosnien und im Kosovo, leitete er zuletzt das Büro der Organisation in Kuala Lumpur.
Privileg. Die Arbeit mit Flüchtlingen sei ein Privileg, so Volker Türk. Es gehe um Menschen, die enorme „Kraft und Mut haben und uns viel lehren können.“ Schwierig sei aber das verbreitete Unverständnis für die Lage von Flüchtlingen. „Viele Leute können sich nicht vorstellen, was es heißt, von einem Tag zum anderen sein Land zu verlassen, oft mit nichts in der Tasche, und woanders neu anzufangen. Menschen und Regierungsämter vom Sinn des Flüchtlingsschutzes zu überzeugen ist nicht leicht, vor allem wenn es tief liegende Vorurteile gibt.“ Energie für seine Arbeit tankt der Jurist durch Yoga, Meditation und vegetarische Kost.
- www.unhcr.at
Dr. Volker Türk:„Ich war 15, als ich das erste Mal von der Universellen Menschenrechtserklärung erfuhr. Seither trage ich sie in meiner Tasche. Für mich waren die Bewegungen rund um Menschenrechte, Entwicklungszusammenarbeit und Umweltschutz sehr prägend für mein Leben.“