Heute will ich jemand kennenlernen. Also tue ich es. Wenn Menschen älter werden, sollten sie ganz bewusst die Chancen nutzen, die der heutige Tag bietet, meinte Mag. Birgit Schöppl bei der Jahrestagung von „SelbA” – Selbstständig im Alter.
220 Frauen und Männer haben sich am 16. Mai humorvoll durch die SelbA-Jahrestagung begleiten lassen. Wenn Menschen älter werden, wird vieles leichter und unverkrampfter. Man braucht sich kein Blatt vor den Mund zu nehmen, sagt, was man denkt, und zieht – so eine Teilnehmerin – die Schuhe an, die eher bequem als nur schick sind. Die mit dem Trainer Award 2004 ausgezeichnete Birgit Schöppl gab Impulse, wie man dieses Potenzial des Lebens ab 50 noch intensiver erleben kann. Einer ihrer Hauptimpulse: Wenn mich etwas ärgert, habe ich immer mehrere Möglichkeiten, darauf zu regieren. Warum nicht mit Humor? Das bringt Lebensqualität – auch für Paare, die sich, wenn sie dem Humor mehr Raum geben, neu lieben lernen können. Und wie man die Fehler des anderen mit Humor besser annehmen kann, so könnte man auch mit den eigenen Fehlern etwas großzügiger – nämlich humorvoll – umgehen.
Versöhnt lebt sich’s länger. Wer mit den Jahren auch noch lernt, versöhnt auf die eigene Lebensgeschichte zu blicken, wird frischer, spannender, einfach weniger erschöpft seine alten Tage verbringen können, meint Schöppl. Und außerdem: Mit sich Versöhnte leben im Durchschnitt länger, verweist sie auf Statistiken. Und was noch hilft: Statt einfach in der Hängematte des Alters zu liegen, soll man sich aufraffen, um sich auch für andere zu engagieren – in einem Verein zum Beispiel.
Oder: Man soll sich ruhig darübertrauen, etwas, das man sich im Leben nie erfüllt hat, zu lernen. Gitarrenspielen kann man auch mit 60 lernen. Jonglieren ebenfalls. Dass man den Humor aus dem Leben nicht ausklammern darf, machte auch die Schweizerin Dr. Iren Bischofberger deutlich. Sogar in den Zimmern von Todkranken soll Humor nicht ausgesperrt werden. Todkranke empfinden es oft als Schmerz, dass in ihrer Gegenwart nur mehr geflüstert wird. Man raubt so noch mögliche Lebensfreude.