Wieso angehende Rockstars seine Autobiografie lesen sollten und wie ihn die Kirche geprägt hat, erzählte der Rockkünstler Austrofred der KirchenZeitung.
Du bist Rockkünstler. Was kann man sich genau darunter vorstellen?
Ich mache Rockmusik, die sehr von den Siebziger-Jahren beeinflusst ist. Auf der Bühne stehen, Musik machen, die die Leute mitreißt, das sind meine Kernkompetenzen. Und bei mir kommt noch viel anderes dazu: Bücher schreiben, Filme machen, Lesungen abhalten. Ich bin ein Allround-Entertainer.
Du wirst oft als Austropop-Star bezeichnet. Bist du damit zufrieden?
Ich bin selbst sehr geprägt auch vom Austropop: Ambros, Danzer, das sind ja ganz große Namen, die sehr viel weitergebracht haben. Sie haben ein Dialekt-Movement, eine direkte Sprache in der Rockmusik hineingebracht, das ist eine große Sache, das ist unbestritten. Wenn ich da als Nachfolger oder als Speerspitze gesehen werde, dann freut mich das natürlich.
Es sind bereits die ersten Videos mit Austrofred-Imitationen aufgetaucht. Wie steht du dazu?
Es ist eine große Ehrbekundung, wenn einen Leute nachmachen. Da sieht man, dass es ein eigenes Austrofred-Movement gibt. Ich steh dem positiv gegenüber.
Du hast mit Mitte 30 deine Autobiografie „Alpenkönig und Menschenfreund“ geschrieben. Wie viel Karrierekalkül steckt da dahinter?
Ich habe festgestellt, dass es die jungen Menschen im Lande – siehe Starmania – noch immer stark in den Rockmusikerberuf zieht, obwohl es hierzulande nicht leicht ist, diesen Beruf auszuüben.
Als Austrofred habe ich bereits eine tolle Karriere hinter mir. Das will ich weitergeben und die Menschen ein bisschen teilhaben lassen, damit sie sich leichter tun.
Wem verdankst du deinen Ruhm eigentlich – außer dir selbst natürlich?
Mir selbst am meisten, das ist schon klar. Allein durch mein Sitzfleisch. Natürlich gibt’s auch viele Leute, die mich unterstützt haben, seien es befreundete Musiker oder meine Eltern. Von meiner Jugend habe ich mitgenommen, dass Arbeit und Fleiß hohe Werte sind. Auch wenn mir das oft nicht recht war, hat mich das geprägt.
Geprägt hat dich auch deine Zeit als Ministrant in Waldneukirchen ...
Als Rockmusiker kann man sich da schon einiges von der Performance der Kirche abschauen. Überspitzt formuliert hat sie eine große Showtradition, die seit Jahrhunderten besteht. Das ist dramaturgisch ja alles gut gemacht, wenn ich mir zum Beispiel die Osternachtsfeiern anschaue.
Wie ist dein Verhältnis zur Kirche heute?
Heute bin ich nicht mehr so eng verbandelt wie in der Jugend. Ich bin nicht mehr ganz im Schoß der Kirche, würde ich sagen, aber ich hab schon noch Interesse daran. Erst vor Kurzem habe ich die Bekenntnisse des heiligen Augustinus gelesen.
Hast du umgekehrt, wo du heute Showprofi bist, Performance-Tipps für die Kirche?
Für die Kirche als solche eigentlich nicht. Aber für Einzelpersonen, wie Pfarrer, könnt ich sicher Seminare geben. Ich würd zum Beispiel sagen: „Du machst super Predigten, aber wenn sie eine Viertelstunde kürzer wären, würde das wahrscheinlich mehr Leute interessieren.“
Würdest du gerne einmal in einer Kirche aufreten?
(lacht) Puh, das kann ich mir eigentlich schlecht vorstellen. Es ist schon eine sehr weltliche Show, die ich mache, aber man weiß nie, was sich ergibt.