Mit einem beeindruckenden Spektakel wurden vergangenen Freitag in Peking die Olympischen Spiele eröffnet. Amnesty International sieht allerdings wenig Grund zum Feiern. „Die chinesische Regierung hat ihr Versprechen, das sie vor sieben Jahren bei ihrer Kandidatur gegeben hat, nicht eingehalten. Die andauernden Menschenrechtsverletzungen sind ein Schlag gegen die Olympische Charta“, fasst Heinz Patzelt von AI Österreich den soeben erschienenen China-Bericht der Menschenrechtsorganisation zusammen. Während der Vorbereitung der Spiele habe sich die Menschenrechtslage zugespitzt. Eine ganze Reihe von Aktivist/innen wurde in den vergangenen Jahren festgenommen, zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt oder steht derzeit unter Hausarrest. Die Arbeitsmöglichkeiten ausländischer Journalisten sind weiter stark beschränkt, ebenso der Zugang zum Internet. Außerdem würden in China jährlich mehr Menschen zum Tod verurteilt als im Rest der Welt. Amnesty kritisiert auch das Internationale Olympische Komitee für seine Politik der „stillen Diplomatie“ und Zurückhaltung.