Unentbehrlich ist niemand. Wer sich dafür hält, dem kann der Urlaub eine wichtige Erkenntnis bringen: die Welt bricht ohne mich nicht zusammen, es kann und muss zwischenzeitlich auch ohne mich weitergehen. Es ist eine Erfahrung, die auch die meisten Pfarrer im Sommer machen. Der am Sonntag vom Aushilfspriester oder von Laien gestaltete (Wort-)Gottesdienst kommt bei den Leuten gut an, der Betrieb in der Gemeinde wird in der Zeit seiner Abwesenheit etwas reduziert, endlich jagt einmal nicht ein Fest das nächste. Wenn jetzt in spätestens zwei, drei Wochen der Pfarralltag beginnt, wird das schnell in Vergessenheit geraten. Schade ist das vor allem deshalb, weil die Pfarrgemeinde nicht nur lebendig, sondern auch gesund sein soll. Ohne blinden Aktionismus. Immer nur Mehr machen, das geht schlichtweg nicht. Gemeinden können und sollen auf ihre Energieressourcen schauen und dafür die nötigen Rahmenbedingungen setzen. Sie können den Priestermangel jedoch nicht allein lösen und bewältigen. Darüber, dass dieses Problem besteht und etwas getan werden muss, sollte in der Katholischen Kirche zumindest Einigkeit bestehen. Denn entbehrlich werden Priester nie sein. Und Beten allein wird nicht helfen.