Peter Püspöck ist einer, der nicht gerne über „ungelegte Eier“ redet. Deshalb wollte der erfahrene Banker auch erst nach 100 Tagen zu seiner neuen Aufgabe als Vorstandsvorsitzender von Oikocredit Stellung nehmen.
„Es ist doch mehr Arbeit, als ich gedacht habe. Aber es ist auch viel faszinierender, als ich erwartet habe.“ Wenn Peter Püspök über seine neue Aufgabe bei der gemeinnützigen Entwicklungsbank Oikocredit Austria spricht, dann hört man dem langjährigen Chef der niederösterreichischen Raiffeisen-Landesbank an, dass ihm die Sache am Herzen liegt und Freude macht. „Mit unseren Kleinkrediten von 50 bis 100 Euro können wir Menschen in den armen Ländern helfen, ihr Schicksal selber in die Hand zu nehmen und sich eine Existenz aufzubauen.“ Püspök fasziniert aber nicht nur der Zweck, sondern auch die Arbeitsweise von Oikocredit. „Mein Leben lang habe ich im Bankgeschäft sorgfältigst die Bonität von Kreditnehmern prüfen müssen. Bei Oikocredit verzichten wir darauf völlig. Wir vertrauen den Leuten und sie zahlen das Geld zurück. Seit über 30 Jahren funktioniert das erstaunlich gut.“
Banker mit Idealen. Bis zur Pensionierung hat Püspök 37 Jahre im Bankgeschäft gearbeitet. Eigentlich wollte er nach seinem Studium etwas anderes machen, „aber die Chance, für eine amerikanische Bank ins Ausland zu gehen, hat mich damals zu sehr gereizt.“ Nach sieben Jahren ist er nach Österreich zurückgekehrt und war seither für Raiffeisen tätig. „Es war eine Arbeit, die mir viel Freude gemacht hat, auch weil für mich die Gründungsideale einer Genossenschaft für die arme Landbevölkerung immer noch von Bedeutung waren.“