Georgien und ein Krieg gegen Russland? Was sich der georgische Präsident Michail Saakaschwili dabei wohl gedacht hat, als er am 7. August seine Truppen in Richtung Südossetien vorrücken ließ, um diese zu Georgien gehörende Provinz zurückzuerobern, steht in den Sternen. Dass er gegen die russische Armee, die nur darauf gewartet hat, in diesen Konflikt einzugreifen, keine Chance hat, ist klar. Hat Saakaschwili geglaubt, die USA bieten ihm militärische Unterstützung? Die hat er nicht bekommen. Vielmehr hat der Westen seine Ohnmacht gezeigt, während Russland seine Macht und Stärke demonstrierte. Schon lange widerstrebt es den Russen, dass Georgien gen Westen späht, ein Mitglied der NATO werden will. Die USA dagegen begrüßen diese Ambitionen, geht es hier doch auch um Öl – durch Georgien fließen Öl und Gas in Pipelines, die nicht von Russland kontrolliert werden. Das Interesse des Westens, sich hier auf die Seite Georgiens zu stellen, ist ob dieser Tatsache dementsprechend groß. Jeder Krieg hinterlässt natürlich seine Wunden und bringt viel Schmerz und Leid, immer wieder vor allem für die Zivilbevölkerung. So auch im Georgien-Konflikt, wo nun tausende Menschen auf der Flucht sind und unzählige Tote beklagt werden – die genauen Zahlen der Opfer liegen noch nicht vor. Den Machtbestrebungen der kriegführenden Parteien, die ohne mit der Wimper zu zucken über Leichen gehen, stehen einmal mehr wehrlose Menschen – darunter Kinder, alte und kranke Menschen – gegenüber, die hier unschuldig zwischen die Fronten geraten sind.