Ausgabe: 2008/34, Wahlkampf, Auftritt, Obama, McCain, USA, Warren
20.08.2008
Die beiden US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain stellten sich in einer der größten evangelikalen „Mega Churches“ der USA im kalifornischen Lake Forest den Fragen zum Verhältnis von Politik und Religion. Beide Kandidaten bekannten sich zum christlichen Glauben, ohne sich konfessionell festzulegen. Nacheinander ließen sie sich von dem populären Prediger Rick Warren jeweils eine Stunde zu ihren politischen Vorstellungen und ihren Werten befragen. Befragt nach seinen schwersten moralischen Verfehlungen sagte Obama, er habe sich in manchen Zeiten „schwerwiegenden Egoismus“ zu Schulden kommen lassen und er habe in der Vergangenheit Drogen genommen. Befragt nach der größten moralischen Verfehlung der USA zu seinen Lebzeiten meinte Obama, dass sich sein Land noch immer nicht an dem Jesus-Wort orientierte: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“. McCain bezeichnete das Scheitern seiner ersten Ehe als sein größtes moralisches Versagen. Obama und McCain wurden auch zu Themen wie homosexuelle Lebenspartnerschaften und Abtreibung befragt. Obama wollte sich nicht festlegen, ab wann eine Embryo das Menschenrecht auf Leben habe. Der entschiedene Abtreibungsgegner McCain meinte dagegen, das ungeborene Kind habe von der Empfängnis an das Recht auf Leben.