Im derzeit laufenden Wahlkampf werde mehr Wert auf das Verteilen von „Zuckerln“ als auf die Bewältigung der Zukunft gelegt, bedauert die Präsidentin der Katholischen Aktion Österreichs, Luitgard Derschmidt.
„Ein Wahlkampf, der die großen Zukunftsthemen ausspart und auf plakative Schlagworte setzt, macht die nächste Wahl wieder zur Qual.“ Mit diesen Worten bedauert KAÖ-Präsidentin Luitgard Derschmidt, dass die wahlwerbenden Parteien die Bürger/innen derzeit vor allem mit „Wahlzuckerln“ zu gewinnen versuchen. Zukunftsfähige und nachhaltige Konzepte im Bereich Bildung, soziale Sicherheit, Pflege oder Umwelt- und Klimapolitik sind entweder nicht vorhanden oder werden im Wahlkampf kaum öffentlich zur Sprache gebracht. „Bei Wahlen geht es aber nicht darum, wer momentan den Kuchen mit den meisten Rosinen anbietet, sondern um die Frage, in welcher Gesellschaft wir morgen leben wollen“, gibt Derschmidt zu bedenken. In der Politik gehe es leider immer mehr um kurzfristige Erfolge; der Blick für tragfähige Visionen einer Gesellschaft des sozialen Ausgleichs, der Solidarität mit den Armen der Welt oder des verantwortlichen Umgangs mit der Schöpfung fehle weitgehend. Besonders deutlich werde das auch am Thema Europa, bedauert Derschmidt. Nur zu oft müsse die EU als Sündenbock für eigene politische Fehlleistungen bzw. für die Auswirkungen der Globalisierung herhalten.
Positiv sieht Derschmidt, dass die Familienförderung in der aktuellen politischen Diskussion an Bedeutung gewonnen habe. Aber auch da würde man, ähnlich wie bei der Teuerungsabgeltung, eher auf rasche Beruhigungspillen anstatt auf mittel- und langfristige Konzepte setzen. So etwa betrage die vielgepriesene zusätzliche Familienbeihilfe nicht einmal die halbe Höhe der schon längst fälligen Inflationsanpassung. Eindringlich warnt Derschmidt davor, durch „populistische Wahlzuckerln, die viele für wenig sinnvoll halten“, den Spielraum für den Ausbau und die Sicherung notwendiger Sozialleistungen und Zukunftsinvestitionen zu beschneiden. Auch wenn Vieles schief laufe, ruft Derschmidt die Bürger/innen dazu auf, zur Wahl zu gehen.