Für die Erstwählerinnen und Erstwähler der Geschützten Werkstätte von ARTEGRA in Altenfelden gab es vor der Nationalratswahl ein Seminar für politische Bildung.
„Super is des“, sagt Franziska. Sie ist eine von zehn Teilnehmer/innen, die am Vormittag des 22. September in einem kleinen Kursraum der ARTEGRA am zweiten Termin „Nationalratswahl“ teilgenommen haben. Insgesamt gab es drei solche Termine mit 30 Klienten, die sich jeweils mehr als zwei Stunden mit politischer Bildung befassten.
Demokratie und Parteien. Die aus der Türkei stammende Nazle pflichtet Franziska bei: „Es ist super, dass es so was gibt. Ich habe zuerst nicht gewusst, ob ich die eine Partei wählen soll, die ich im Kopf hatte. Heute bin ich sicher.“ Auch die anderen berichten in der Seminarpause Ähnliches: Diese Veranstaltung hat sich gelohnt. Bis zur Pause hatte Referent Christopher Frank in die Grundideen der Demokratie eingeführt und Inhalte aus der Bundesverfassung erklärt sowie Infos zur Parteienlandschaft gegeben. Die Teilnehmer/innen mussten schließlich aus den Wahl-Informationen einzelner Parteien Kernbotschaften herausarbeiten. Für den Kampf gegen die Teuerung, so wurde klar, sind alle Parteien.
Das Wahlrecht wahrnehmen. Es ist ein Auftrag der ARTEGRA, die 2003 gegründet worden ist und 85 Mitarbeiter/innen in Gärtnerei, Grünraumgestaltung, Nahversorgung und Wäscherei beschäftigt, auch für die Aus- und Weiterbildung zu sorgen, erklärt Werner Gehleitner von der Geschäftsführung der ARTEGRA Werkstätten gGmbH. Dieser Auftrag ist ein wichtiges Motiv für die Veranstaltung. Deren Botschaft ist deutlich: Nehmt euer Wahlrecht in Anspruch, geht wählen!
Der Stimmzettel. Nach der Pause schritten die Teilnehmer/innen zur praktischen Erprobung. Sie führten eine Testwahl durch. An hand eines Stimmzettels aus dem Jahr 2002 erklärte Christopher Frank, welche Angaben auf dem Stimmzettel zu finden sind und wie man gültig wählt. Er informierte auch über die Möglichkeit der Briefwahl und wofür man sonst noch eine Wahlkarte braucht. Nur zwei der Seminarteilnehmer/innen waren schon einmal wählen. Vieles ist daher mit einem Fragezeichen verbunden. Doch das grundsätzliches Interesse ist spürbar, und manche – vor allem Frauen – sind auch gut informiert. Problemlos werden die Namen der fünf im Parlament vertretenen Parteien genannt. Und auf die Frage, wie viele Parteien es in Österreich gibt, meint jemand: 100! Er liegt nicht so falsch, denn es sind sogar mehr als 600 Parteien registriert.