Die Angriffe gewalttätiger Hindus gegen Christen haben sich vom Bundesstaat Orissa in den Bundesstaat Karnataka ausgeweitet. Bei den Ausschreitungen sind etwa 45 Menschen ums Leben gekommen, zehntausende Christen sind auf der Flucht. 56 Kirchen, 11 Schulen und kirchliche Einrichtungen wurden zerstört. Pater Damor Sunil, Steyler Missionar in Jhasuguda/Orissa, berichtet, dass die lokale Polizei machtlos gegen die randalierenden Extremisten sei. Verantwortlich für die Taten seien Mitglieder der Organisation Vishwa Hindu Parishad und der Bharatiya Janata Party. Ausgelöst wurden die Unruhen durch die Ermordung des radikalen Hinduführers Swami Laxmananda Ende August. Obwohl sich eine politische Gruppierung zu diesem Mord bekannte, wurden dafür von extremistischen Hindus Christen verantwortlich gemacht. Der Erzbischof von Bhopal, Leo Cornelio SVD, betonte, dass es sich bei den Angreifern um eine Minderheit handle, die Mehrheit der Hindus sei friedlich. „Indiens Wirtschaft wächst rapid. Viele Menschen suchen Arbeit. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird größer. Diese Lage führt zu sozioökonomisch bedingten Unruhen“, so Cornelio.