Kopf der Woche: Isa Rosenberger, Otto-Mauer-Preis 2008
Ausgabe: 2008/47, Kopf der Woche, Isa Rosenberger, Künstlerin, Otto-Maurer-Preis, Video- und Fotoarbeiten, gesellschaftspolitischer Wandel, Sarajevo
19.11.2008
- Susanne Huber
Die Künstlerin Isa Rosenberger wird am 2. Dezember im Wiener erzbischöflichen Palais mit dem Otto-Mauer-Preis 08 ausgezeichnet.
Leidenschaft und Begeisterung sind spürbar, wenn Isa Rosenberger über ihr künstlerisches Schaffen spricht. In ihren jüngsten Video- und Fotoarbeiten spielt der gesellschaftspolitische Wandel eine zentrale Rolle. Ihr Hauptaugenmerk legt Rosenberger dabei auf Denkmäler, Orte oder Bauwerke in den ehemaligen Ostblockländern, die auf Vergangenes verweisen. Welche Veränderungen sich im Laufe der Zeit ergeben haben, zeigt die Künstlerin auf, indem sie Frauen z. B. aus Sarajevo, Wolfen oder Bratislava zu Wort kommen lässt, die über ihre jeweils eigenen Lebenserfahrungen sehr persönlich berichten. „Es entstehen alternative Geschichten und Vergangenheit wird neu oder anders betrachtet“, sagt die gebürtige Salzburgerin.
Schlüsselerlebnis. Für die 39-Jährige war schon sehr früh klar, Künstlerin zu werden. Neugier war dabei ein großer Motor. Gleich nach ihrer Schulausbildung in Salzburg hat sie an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien studiert. Danach absolvierte sie ein Studium an der Jan van Eyck Akademie in Maastricht. Als Schlüsselerlebnis für ihr künstlerisches Schaffen nennt Rosenberger ihren Stipendienaufenthalt 2001 in Sarajevo. „Ich war beeindruckt, wie die Menschen mit der schwierigen Situation wenige Jahre nach dem Krieg in der von Zerstörung immer noch gezeichneten Stadt umgegangen sind. Obwohl damals in Sarajevo kaum öffentliche Institutionen für zeitgenössische Kunst existierten, war das Interesse dafür sehr groß. Kunst wurde vor allem als eine Form verstanden, den gesellschaftlichen Wandel mitzugestalten.“ Ausgewählte Werke der Preisträgerin können von 5. bis 21. 12. im JesuitenFoyer in Wien besichtigt werden.
Isa Rosenberger: „Als Künstlerin ist man stets gefordert, sich eine eigene Position zu überlegen, Stellung zu beziehen und sich dabei auch immer wieder selbst zu hinterfragen. Mit meiner Kunst im besten Fall zu einer öffentlichen Debatte beitragen zu können, das schätze ich sehr an meinem Beruf“.