Die türkische Regierung hat Forderungen der Aleviten (mit ca. 15 Mio. die größte Minderheit der Türkei) nach mehr Selbstbestimmung zurückgewiesen. Bei einer Kundgebung in Ankara forderten rund 100.000 Aleviten u. a. die Abschaffung des staatlichen Amtes für Religionsangelegenheiten, das eine strikt sunnitische Version des Islam propagiere, und ein Ende des obligatorischen Religionsunterrichts, bei dem nur sunnitische Glaubenssätze vermittelt werden. Erst kürzlich hatte die EU kritisiert, die Türkei habe ein Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichts von 2007, das den Aleviten Recht gegeben hatte, immer noch nicht umgesetzt.