Der Winter hatte noch gar nicht angefangen, da wurde vergangenen Sonntag, 7 Uhr, als erste der Radio-Nachrichten das zu erwartende schlechte Ergebnis im Wintertourismus angekündigt. Ein schlechtes Jahr stünde bevor, so der einhellige Tenor der neuzeitlichen Propheten. Was gut und schlecht ist, bewerten sie anhand der Fieberkurven an den Börsen, am Kurs von Wertpapieren und an den Auftragslagen, an der Entwicklung von Energiepreisen und vom Beschäftigungsgrad. In der Tat! Das sind Faktoren, an denen das Wohl vieler Menschen hängt.
Aber: Der Advent macht für Christen auch das deutlich: Als Jesus auf die Welt kam, stand es um die Wirtschaftsdaten auch nicht zum Besten. Die Zeichen standen eher auf Krieg als auf Frieden und trotzdem war gerade dies die heilvollste Zeit für die Welt. Es gibt eine Dimension des Glücks, das eben nicht von den Entwicklungen des Marktes abhängig ist. Auch bei schlechteren Wirtschaftsdaten ist dieses Glück möglich. Es ist das gewaltige Potential der Menschlichkeit, das nicht mit Geld aufzuwiegen ist. Mit ihr kann man nicht rechnen. Auf sie kann man hoffen. Gerade in schlechteren Zeiten hat sie Hochkonjunktur.