Ausgabe: 2008/48, Kommentar, Gewalt an Frauen, Jubeln, Baumgartner, körperliche und sexuelle Gewalt, Alarm, Susanne Huber, Konsum, Armut, katholischer Familienverband
26.11.2008
Kein Grund zum Jubeln
„Ein Berg kreißte und gebar eine Maus.“ So kommentierte die Präsidentin der Katholischen Aktion, Luitgard Derschmidt, die von den Koalitionsverhandlern ausgemachte Steuerreform. Und auch der Katholische Familienverband fand keinen „Grund zum Jubeln“. Beide sind keine notorischen Miesmacher. Beide aber machen deutlich: sozial gerecht ist diese Steuerreform nicht – und sie wird auch kaum etwas dazu beitragen, dass die Armut weniger und der Konsum angekurbelt wird. Denn die, die jetzt schon einen Großteil ihres Geldes für Leben und Wohnen ausgeben müssen, werden weder vom „Familienpaket“ noch von der Steuerreform viel abbekommen. Wer hier von „Reform“ spricht, lügt sich selber in die Tasche.
Hans Baumgartner
Gewalt an Frauen nicht verschweigen
In Österreich ist jede fünfte Frau von körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen; mehr als 1500 Kinder haben mit ihren Müttern allein im Jahr 2007 in den österreichischen Frauenhäusern gelebt. Wenn man das hört, schrillen die Alarmglocken, und es wird klar: Das Thema häusliche Gewalt an Frauen ist nach wie vor tabu in unserer Gesellschaft. Das darf nicht sein. Hier muss endlich die Stopp-Taste gedrückt werden. Das Übel angehen, nicht hinnehmen und verschweigen; sich nicht unterkriegen lassen, sondern aufstehen; sich gegen Gewalt jeglicher Art wehren, nein sagen und Zivilcourage an den Tag legen; Beratungsstellen aufsuchen, Hilfe in Anspruch nehmen und so die Spirale der Gewalt durchbrechen.