„Wer gemobbt wird, ist doch selber schuld!“ Eine weit verbreitete Ansicht, aber falsch. Mobbing kann jede und jeden treffen.
Gemobbt wird, wer anders ist und sich nicht wehren kann oder will. Sofern niemand eingreift, wird Mobbing immer stärker. Die Zu- und Wegschauer, die Verharmloser ermöglichen und verstärken Mobbing, das zur Gewalt werden kann. Sie sind es auch, die Mobbing beenden und verhindern können. „Es gibt keine ,grundlose‘ Gewalt. Wer davon spricht, der ist nicht bereit, tiefer nach Gründen zu fragen“, weiß die Kinder- und Jugendanwältin Mag. Winkler-Kirchberger von der Kinder- und Jugendanwaltschaft des Landes (KiJA OÖ).
Mehr Sanktionen. „Bedenklich erscheint der laute Ruf nach mehr Sanktionsmöglichkeiten gegen auffällige Schüler/innen ohne gleichzeitige Bedachtnahme auf die dahinterstehenden Probleme“, warnt Winkler-Kirchberger. Auch der Direktor der Caritas in Oberösterreich, Mathias Mühlberger, äußert sich kritisch zum Vorschlag, soziale Arbeit als Strafe einzuführen. „Diese Arbeit mit und für Menschen setzt Freiwilligkeit, Überzeugung und die jeweils erforderlichen Fachkenntnisse voraus. Anstatt über Strafen nachzudenken, muss man Ursachen und Prävention ins Auge fassen“, betont Mühlberger.
MoGSt. Die KiJA OÖ hat ihre Tätigkeiten seit Herbst 2007 in einer eigenen „Mobbing- und Gewaltpräventionsstelle“ (MoGSt) zusammengeführt. Im Zentrum steht die Arbeit mit Schulklassen. In Workshops hat die Klassengemeinschaft mit je einem weiblichen und einem männlichen Trainer drei Halbtage lang außerhalb der Schule die Möglichkeit, aktuelle Konflikte aufzuarbeiten. Gewaltprävention wird hier mit der Vermittlung sozialer Kompetenz verbunden.
- Infos zur KiJA OÖ und den Workshops: Kinder und Jugendanwaltschaft Oberösterreich, Promenade 37, 4020 Linz, kija@ooe.gv.at, www.kija-ooe.at