Miteinander bewusst den Alltag leben und gekonnt Feste feiern – viele Bücher, die jetzt angeboten werden, widmen sich der Gestaltung des Lebens im familiären und nachbarschaftlichen Umfeld. Der Blick auf das Kirchenjahr ist dabei ein hilfreicher Begleiter durch die Zeit. Wer gerne Erzählungen aus Kindheitstagen liest, wird bei den vorgestellten Neuerscheinungen ebenfalls fündig. Hier eine kleine Auswahl.
Heilsamer Alltag
Gerade der Advent und Weihnachten sind eine Zeit der Bräuche und Rituale. Kaum jemand kann sich dem Reiz der Lichter, Gerüche und geschmacklichen Verlockungen entziehen. Kaum jemand denkt aber daran, dass diese Riten nicht nur schön sind, sondern auch gut tun. Das ganze Jahr über gibt es Bräuche, die bei näherer Betrachtung Sinn machen. Um gesund an Leib und Seele zu bleiben oder werden, müssen wir nicht lange suchen. Unsere Vorfahren haben uns dafür reiche Schätze hinterlassen, die wir nur nutzen müssen. Der Benediktinerabt Odilo Lechner und der Heilpraktiker Franz Xaver Kohl haben miteinander ein Buch geschrieben, das die Heilkraft der Feste und Riten im Kirchenjahr aufzeigt. Und versprechen damit ein genussvolles Leben.
Judith Moser-Hofstadler
Mit Leib und Seele leben. Die heilende Kraft von Riten und Gebräuchen, Odilo Lechner, Franz Xaver Kohl, Hans-Günther Kaufmann, Verlag Pattloch, Euro 17,50.
Das große Buch der Rituale
Den Tag gestalten, das Jahr erleben, Feste feiern: Dazu will „das große Buch der Rituale“ anleiten. Den Autorinnen Claudia Pfrang und Marita Raude-Gockel gelingt es, in verständlicher Sprache Feste und Feiern zu erklären und einfache Zugänge zu den jeweiligen Themen zu finden. Mit Erzählungen, historischen Details, Liedern, Gebeten und Bastelanleitungen haben sie ein Lese- und Mitmach-Buch für die ganze Familie geschaffen. Volksbrauchtum und liturgische Impulse werden in guter Dosierung angeboten.
Das große Buch der Rituale. Den Tag gestalten. Das Jahr erleben. Feste feiern. Ein Familienbuch. Claudia Pfrang/Marita Raude-Gockel, Kösel-Verlag.
Schnee auf’m Tuchent
Alois Strasser, heute pensionierter Kaufmann in Natternbach, war noch keine vier Jahre alt, als am 21. Juni 1937 seine Kindheit zu Ende ging. Die Mutter starb an Blutvergiftung, zurück blieben sechs Kinder und die Trauer: Wenn ich nicht einschlafen konnte, stand ich im Hemd beim Fenster und schaute auf den Mond: Vielleicht sehe ich meine Mutter und sie mich, dachte ich mir. In einer beeindruckenden Erzählung lässt der Autor die Leser/innen an seinem Leben in einem kleinen Dorf am Fuß des Sauwalds teilnehmen: an der harten Arbeit, wo die Kinder genauso wie die Erwachsenen zupacken mussten, an den Nachrichten über den Krieg, die ins Dorf gedrungen waren und an den Abwechslungen, die der Kreislauf des Jahres brachte. Besonders gern denkt Strasser an die Advent- und Weihnachtszeit, wenn auch der Christbaum aus Gründen der Sparsamkeit ein einseitig gewachsenes Bäumchen war. Jahr für Jahr betonte der Vater, dass es eine Sünde wäre, einen schönen Baum umzuschneiden.
Josef Wallner
Schnee auf’m Tuchent. Kindheitserinnerungen, Alois Strasser, Linz: Freya Verlag 2008,148 Seiten, Euro 14,90.- Erhältlich im Buchhandel oder beim Autor: Alois Strasser, Kirchenplatz 8, 4723 Natternbach.