business woman in a shopping centre with some bags
Vollbepackt mit Weihnachtseinkäufen. Viele Jugendliche beschenken den gesamten Bekanntenkreis.
Viele Jugendliche wollen neben ihrer Familie möglichst alle Freunde und Bekannten zu Weihnachten beschenken. „Der Konsumdruck ist sehr groß“, sagt der Wiener Jugendforscher Manfred Zentner.
„Fast alles, was an an Taschengeld oder an Zusatzeinkommen durch Nebenjobs da ist, wird von den jungen Leuten vor Weihnachten in das Schenken investiert“, berichtet MMag. Manfred Zentner von neuen Umfrageergebnissen. Der Trend: Es sind nicht die großen Geschenke, sondern vor allem die Vielzahl an kleinen Aufmerksamkeiten an möglichst alle Freunde, die ins Gewicht fallen. Laut einer aktuellen Studie nimmt zwar auch unter jungen Menschen „Weihnachten als Fest für die Familie“ mehrheitlich den höchsten Stellenwert ein. Die Zustimmung zur Aussage: „Weihnachten ist ein Fest, wo ich gerne schenke bzw. gerne etwas geschenkt bekomme“, ist aber nur wenig niedriger.
Belastete Budgets. „Umso älter die Jugendlichen sind, desto wichtiger ist das Freudemachen durch möglichst viele Geschenke“, erklärt der Wiener Jugendforscher. Die Schattenseite der Spendierfreudigkeit: „Die Weihnachtseinkäufe belasten die Budgets der Jugendlichen sehr stark.“ Als überzogen schätzt Manfred Zentner dagegen ein, dass Jugendliche heute generell immer mehr konsumieren als früher. „Durch die vielen Markenprodukte und die Inszenierung mit ihnen wird das einfach mehr wahrgenommen als früher.“
Schenken hängt Religion ab. Im Gegensatz zum Schenken spielt die Religion kaum eine Rolle in Zusammenhang mit dem Weihnachtsfest. „Nur bei einem Viertel der Jugendlichen steht die religiöse Bedeutung von Weihnachten im Vordergrund, so Zentner. Interessantes Detail: Konservative Werte wie Sicherheit gewinnen gleichzeitig an Bedeutung. „Die jungen Menschen fühlen sich verunsichert, aber noch nicht so stark, dass sie sich wieder der Religion zuwenden“, intepretiert der Jugendforscher. Auch der Einsatz für einen einkaufsfreien 8. Dezember ist laut Zentner deshalb unter Jugendlichen ein Minderheitenprogramm. „Wenn es um Werte geht, lassen sich Jugendliche zum Beispiel viel eher von Umweltbewusstsein ansprechen als von religiösen Motiven.“