- Hans Stockhammer, Liturgiereferent der Diözese Linz
Dass religiöse Symbole gerade in der Adventzeit werbewirksam missbraucht werden, ist weithin wahrnehmbar. Dass aber Top-Verantwortliche für die Kultur nichts Anstößiges daran finden, den Adventkranz als eindeutiges christliches Zeichen zum Werbeträger für die Kulturhauptstadt Linz 09 umzudeuten, ist unglaublich. Von wem sonst kann man Respekt gegenüber religiöser Kulturtradition erwarten, wenn nicht von Personen, die auf hoher Verantwortungsebene damit umgehen? Sich herauszureden mit dem Hinweis, der Adventkranz sei nur Brauchtum, offenbart nochmals ein Kulturverständnis, das kaum nachvollziehbar ist. Kultur hat viel mit „Tiefenpflege“ zu tun, kaum etwas mit Oberflächlichkeit. Christliche Adventkultur zeigt an, wie unser Glaube aussieht – und tiefer sieht: Ein wachsendes Licht führt zum „Licht der Welt“ (nicht zur Kulturhauptstadt), Vorbilder in Leben und Glauben bieten sich als Wegbegleiter an (z.B. Nikolaus statt Weihnachtsmann), der Stall von Betlehem wehrt sich gegen jede Verniedlichung und ruft nach sozialem Tun (und ist kein Werbeträger in den Auslagen). „Linz.verändert“ lautet ein aktuelles Werbemotto der Stadt. Die christliche Kultur, wie sie sich auch 2009 zeigen wird, kann wertvoll mithelfen. Die fünfte Kerze am Adventkranz ist dabei aber nicht erhellend.