Eigentlich ist es zweckfrei – das Singen und Spielen im Advent – außer vielleicht, dass der eine oder andere Verein seine Kasse damit aufzubessern versucht. Sogar in den Familien wird jetzt gesungen, wenigstens, solange Kinder da sind. Und es ist gut so. Denn im Advent wird etwas ahnbar, was sich weder berechnen noch in klugen Sätzen erklären, schon gar nicht wissenschaftlich nachweisen lässt. Und auch wenn gerade diese Zeit für den Handel als die einträglichste Zeit gilt – die Sache selbst ist weder käuflich noch verkäuflich.
Menschen stellen sich neu auf die Tatsache ein, dass Gott im Kind Mensch geworden ist. Es hätte nicht sein müssen. Gott ist nicht notwendigerweise Mensch geworden. Die Geschichte wäre auch ohne diese Menschwerdung weitergelaufen. Nicht notwendigerweise, aber glücklicherweise ist Gott Mensch geworden. Dieses Glück wird leichter erahnbar, wenn Menschen sich zuweilen wegführen lassen von den vielen Notwendigkeiten des Lebens, bei denen jedes Tun seinen Zweck haben muss. „Dir will ich singen und spielen“ (Psalm 71, 23). Das ist schon im Ersten Testament die Antwort der Menschen auf von Gott erfahrenes Heil gewesen. Notwendig ist es nicht. Aber es drängt sie die Freude.