Ausgabe: 2008/49, Indien, Terror, Religion, Bombay, Taj Mahal, Pakistan, British Raj, Mumbai
03.12.2008
Das Terrordrama in der indischen Wirtschaftsmetropole Mumbai (Bombay) ist am vergangenen Samstag nach drei Tagen beendet worden. Sicherheitskräfte hatten das Luxushotel Taj Mahal wieder unter ihre Kontrolle gebracht. Rund 200 Menschen sind bei den Angriffen auf zehn Ziele in Mumbai getötet worden, 313 wurden verletzt. Laut indischer Polizei stehe hinter den Anschlägen die aus Pakistan operierende radikalislamische Organisation Lashkar-e-Toiba. Der Generaldirektor von „Radio Vatikan“ und Pressesprecher des Heiligen Stuhls, Pater Federico Lombardi, betonte in einem Editorial für seinen Sender, dass es in Zusammenhang mit dem islamistischen Terror in Mumbai gerade für gläubige Menschen beunruhigend sei, wie Religion missbraucht werde. „Es ist furchtbar, dass in der heutigen Welt Religion sich mit Gewalt vermischt. Der Fundamentalismus ist ein dramatisches Risiko für die Menschheit, und er wird zu einer Gewissensfrage für jeden religiösen Menschen“, so Lombardi. In Indien sei die Lage komplex, die richtige Antwort auf den Terror nicht leicht, stellte Lombardi fest. Die interreligiösen Spannungen hätten 1947, nach dem Ende des „British Raj“, zur Trennung Pakistans von Indien geführt. Nach den Terroranschlägen in Mumbai spitzt sich das angespannte Verhältnis zwischen Indien und Pakistan erneut zu.