Wer darf die Kerzen anzünden – und wer bläst sie aus? Das sind Dinge, um die man Kinder nicht lange bitten muss. Sie tun es mit Lust. Anzünden und Ausblasen sind adventliche Tätigkeiten – doch es sind Verrichtungen, die man mit Bedacht tun sollte. Auch Erwachsene zünden an und blasen aus – nur sind es oft nicht Kerzen. Anzünden kann eine gute Sache sein. Man lässt etwas beginnen, was sonst nicht gewesen wäre. Es kann aber auch etwas Böses sein: ein Streit, der Hass. Was entzündet wurde, bringt dann nicht Licht, es erhellt nicht, sondern verbrennt und zerstört. Nur Asche bleibt. Und auch um das „Ausblasen“ liegt eine Doppeldeutigkeit. Eine Sache wird zu Ende gebracht, ist nicht mehr da. Es gibt das heilsame Auslöschen, das von einer Last oder auch von Schuld befreit. Und es gibt das zerstörerische, das tötende Auslöschen, das Hoffnung erdrückt. Das gehört zum adventlichen Glauben: dass Menschen die Macht haben, beginnen zu lassen und zu beenden, anzuzünden und auszublasen. Gott war ein Anzünder: er hat mit Jesus Licht in die Welt gebracht. Andere waren Ausbläser und Eindämmer. Menschen haben die Wahl.