O du fröhliche: Sterbende und Musik --- Marterlsprüche
Ausgabe: 2017/43
24.10.2017
- Elisabeth Leitner
O du fröhliche
Welche Melodie begleitet Menschen bis zum Lebensende? – Anne, Ende 50, wird bald sterben. Es ist Sommer. Für ihre Familie hat sie Weihnachtsgeschenke vorbereitet, die ihre Pflegerin dann verschicken wird. Einmal noch möchte sie „O du fröhliche“ singen. „Aber ohne Gemeinschaft und bei 38 Grad Hitze geht das nicht“, erzählt sie Stefan Weiller. Weiller hat seit 2009 mehr als 100 Menschen getroffen, die ihm von ihrem Leben, von ihrem nahen Tod und der Musik ihres Lebens erzählt haben. Dass das Leben in einem Hospiz nicht nur von Angst und Trauer geprägt ist, sondern von Zuversicht und Humor, wird in vielen Gesprächen deutlich. Dass Musik im Leben wichtig ist, zieht sich als roter Faden durch das berührende Buch. Letzte Lieder. Sterbende erzählen von der Musik ihres Lebens, Verlag Edel, 2017.
Marterlsprüche
Kuriose und lustige Marterlsprüche aus den Alpen hat Martin Reiter für das Büchlein „Ausg’rutscht und z’sammtutscht“ gesammelt. Kaum zu glauben, was da im 19. Jahrhundert auf manchen Grabinschriften zu lesen ist, zum Beispiel: „Der Tod macht nit viel Federlesen. Abikugelt, hin g’wesen. Das Leben ist a rechter Mist, Gelobt sei Jesus Christ!“. Ein ungewohnt frecher, lapidarer Umgang mit dem Tod und den Verstorbenen, der zum Schmunzeln und Kopfschütteln anregt. Ausg’rutscht & z’sammtutscht. Kuriose und lustige Marterlsprüche aus den Alpen, Weltbild Verlag.