„Jungschar ist nicht Kinderbetreuung oder Kinderaufbewahrung, sondern Kinderbewegung“: Diesen Leitsatz hat die Katholische Junschar – die größte österreichische Kinderorganisation – am Mittwoch vergangener Woche bei ihrer 70-Jahr-Feier im Priesterseminar Linz in den Mittelpunkt gestellt.
Ausgabe: 2017/44
31.10.2017
Seit Ende April begeht die kirchliche Organisation ihr Jubiläum österreichweit in den Diözesen. Höhepunkt war die Feier im Priesterseminar Linz mit Festgottesdienst und Abendprogramm. Jugendbischof Stephan Turnovszky betonte dabei die wichtige Rolle der Katholischen Jungschar Österreichs und erzählte, wie prägend die Zeit als Jungscharkind für ihn persönlich war.
Geschützter Raum
„Die Kinder sollen nicht nach einem vorfabrizierten Ideal geformt werden“: Die Worte von Willy Lussnig, Mitbegründerin der Katholischen Jungschar, gelten auch 70 Jahre später noch, betonte Christoph Riedl-Daser bei seiner Festrede. Der ORF-Journalist war in den 1990er Jahren Bundesgeschäftsführer der Katholischen Jungschar Österreichs. Für ihn hat die Jungschar einen wichtigen Beitrag zu einem neuen pädagogischen Verständnis in Kirche und Gesellschaft geleistet. In seiner Rede betonte er, dass die Jungschar bis heute „einen geschützten Raum bietet, damit Kinder zu frohen und zufriedenen Menschen heranwachsen können.“
In die Mitte stellen
Seit 1947 fördert die Katholische Jungschar Kinder bis 14 Jahre mit spielerischem und angstfreiem Lernen, Glauben und Gemeinschaft. Sie baut dabei auf zwei zentrale Eckpfeiler: das Aufgehoben-Sein der Kinder in einer christlichen Gemeinschaft und die unerschütterliche Haltung, die Kinder in die Mitte zu stellen. Bundesgeschäftsführerin und Festrednerin Sigrid Kickingereder beschrieb dieses pädagogische Verständnis der Gründungszeit in ihrer Rede als „spezielle Bildungsmethode“, die bis heute gelte. Die kirchliche Organisation erreicht durch Aktivitäten wie Sternsingen, Jungschar- und Ministrantengruppen oder Sommerlager, rund 70.000 Kinder zwischen 6 und 14 Jahren. Dazu kommen noch jugendliche und erwachsene Ehrenamtliche, die Gruppen-, Pfarr- oder Lagerleitung übernehmen.