Kreuz an Kreuz, dicht gereiht sind die Grabstätten. Dennoch wirken sie nicht gleich: Die Grabkreuze sind unterschiedlich gestaltet, die meisten Gräber davor mit Blumenschmuck in bunten Farben geschmückt.
Ich entzünde eine Kerze für dich. Ich denke an dich. „Niemand kann sich selbst bestatten, daher ist das Begräbnis ein letzter Liebesdienst“, schreibt Ewald Volgger OT im Heft „Begegnung suchen, Ruhe finden“. In diesen Gräbern liegen Menschen, Väter, Mütter, Töchter, Söhne, Kinder. Schriftsteller, Handwerker, Politiker. Menschen aus verschiedensten Ländern. „Der menschliche Leichnam spiegelt alles wider, was den Menschen ausmacht: seine Lebensgeschichte, seine Fähigkeiten, seinen Charakter, aber auch seine Leistungen und die Art, wie Begegnungen stattgefunden haben. Das Grab, in das wir Menschen legen, wird zum Ort der Erinnerung“, so Volgger. In den kommenden Tagen werden Gräber geschmückt und Friedhöfe besucht. Liturgische Feiern verdichten die Kultur des Erinnerns: an Verstorbene genauso wie an die eigene Endlichkeit. Abschiednehmen findet nicht nur einmal statt, erinnern hält lebendig. Und die Hoffnung auf ein gutes Ende kann auch den Herbst des Lebens in ein neues Licht tauchen.
Im Büchlein „Begegnung suchen, Ruhe finden“ wird die Geschichte des Barbarafriedhofs in Linz beschrieben. Verschiedene Formen der Bestattung von Sargbestattung bis zu Urnengrabstätten werden erklärt, liturgische Impulse zum Abschiednehmen werden gegeben. Der Barbarafriedhof zählt zu den ältesten Friedhöfen des Landes. Fast 20.000 Gräber sind hier zu finden. Persönlichkeiten wie Adalbert Stifter, Andreas Reischek und Enrica von Handel-Mazzetti sind hier begraben.