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von Wort zu Wort Harte Arbeit Silbensuche Oft erst nach vielen Umwegen bemerkt: das gesuchte Ziel lag gleich nebenan
Georg Bydlinski
Das Wort war Gott – alles ist durch das Wort geworden – im Wort ist das Leben, das Licht der Menschen – ein Licht, das in der Finsternis leuchtet . . . suchend sich nähern, nachdenklich, betend, sich die Worte des Evangelisten wie Honig auf der Zunge zergehen lassen und seine Bilder im Herzen bewegen und schauen. Gott im Leben erahnen und Gott im Leben einen Platz geben.
Evangelium, Joh 1, 1–18
Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtete in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst. Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war. Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.
1. Lesung, Jes Sir 24, 1–2. 8–12
Die Weisheit lobt sich selbst, sie rühmt sich bei ihrem Volk. Sie öffnet ihren Mund in der Versammlung Gottes und rühmt sich vor seinen Scharen: [. . .] Da gab der Schöpfer des Alls mir Befehl; er, der mich schuf, wusste für mein Zelt eine Ruhestätte. Er sprach: In Jakob sollst du wohnen, in Israel sollst du deinen Erbbesitz haben. Vor der Zeit, am Anfang, hat er mich erschaffen, und bis in Ewigkeit vergehe ich nicht. Ich tat vor ihm Dienst im heiligen Zelt und wurde dann auf dem Zion eingesetzt. In der Stadt, die er ebenso liebt wie mich, fand ich Ruhe, Jerusalem wurde mein Machtbereich. Ich fasste Wurzel bei einem ruhmreichen Volk im Eigentum des Herrn, in seinem Erbbesitz.
2. Lesung, Eph 1, 3–6. 15–18
Gepriesen sei Gott, der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott; er hat uns aus Liebe im voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus und nach seinem gnädigem Willen zu ihm zu gelangen, zum Lob seiner herrlichen Gnade. Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn; [. . .] Darum höre ich nicht auf, für euch zu danken, wenn ich in meinen Gebeten an euch denke; denn ich habe von eurem Glauben an Jesus, den Herrn, und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört. Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt. Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt.
Wort zum Sonntag: Die langen Wege von Wort zu Wort
Kindheitserinnerungen werden in mir wach, die mit dem Gefühl des Angenommenseins verbunden sind. Ich suche Worte dafür: schneebedeckte Straßen, Giebelhäuser mit unaufdringlicher Weihnachtsbeleuchtung, Christbaum und Krippe in der eigenen Stube, Weihnachtspost und Kekse, der besondere Duft, Besuche bei Verwandten. Zum weihnachtlichen Vokabular unserer Gesellschaft gehören auch andere Worte: Hektik, Einkaufsstress, Einsamkeit, Arbeitslosigkeit, Armut, Krisen, Sprachlosigkeit. Im Evangelium entdecke ich einen Anspruch, der weit über Gefühle hinausgeht. Der Evangelist berichtet von einem kraftvollen, unvergänglichen Wort, das im Anfang bei Gott war und durch das alles geworden ist. Wie ist es möglich, dass wir diesem Wort nicht den gebührenden Raum geben, dass wir es nicht erkennen? Ist es vermessen zu fragen, wie es Gott wohl ergeht, wenn sein menschgewordenes Wort jährlich an Weihnachten bestaunt und besungen in der Krippe liegt – wenn sich Herzen auftun und große Summen für Geschenke und auch für Notleidende bereitgestellt werden und wenn sich dann bald darauf persönliches und mediales Schweigen über das weitere Wachstum des Gotteswortes legt?Wie lange ist der Weg, den das Wort – durch das alles geworden ist – nehmen muss, bis es durch Finanz- und Wirtschaftskrise, durch politische und familiäre Konflikte sein Ziel erreicht, nämlich Menschen zum Leben zu verhelfen?Noch etwas stimmt mich nachdenklich. Gott hat auch in meinen ganz persönlichen Anfang sein Wort gesprochen, das von keiner Finsternis erfasst wird. Ich will diesem Wort nachgehen. Hat es sich in den Kindheitserinnerungen versteckt? Finde ich es mitten im Alltag im Hier und Jetzt?
ZUM WEITERDENKEN
Welche Worte berühren mich in meinem Alltag besonders? Welches Wort spricht mir Gott am Anfang dieses neuen Jahres zu? Vertraue ich darauf, dass mir das Wort, das Gott in meinen persönlichen Anfang gelegt hat, seine unvergängliche Zuwendung verheißt?
Gertraud Lässer, Religionslehrerin, geschäftsführende Vorsitzende des Pastoralrates der Diözese Feldkirch.
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