Schˆflling einer Rotbuche (Fagus sylvatica) bahnt sich seinen Weg durch eine Schicht vertrockneter Laubbl‰tter im Wald, Baden-W¸rttemberg, Deutschland, Europa - European Beech or Common Beech sapling (Fagus sylvatica) surrounded by a layer of dried le
Es sind nicht immer nur die großen Ereignisse. Es sind auch die kleinen Dinge, die Anlass zur Hoffnung geben. Aus einem Jahr Kirche in Oberösterreich haben wir solche Hoffnungszeichen ausgewählt.
Ökumenischer Neuaufbruch. Seit diesem Jahr 2008 wird in der Martinskirche in Linz an jedem letzten Sonntag im Monat, 19 Uhr, ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert. Die erste Kirche von Linz steht so als Zeichen für einen Neuaufbruch in der Ökumene.
Nachhaltig beten. Wippl-Florenthein und Etzelsdorf-Fünfling. Das sind zwei Ortschaften in St. Oswald bei Freistadt. Seit 20 Jahren treffen sich hier Frauen und Männer zu Gebetsrunden. Sie zeigen damit, dass Beten nicht auf den raschen „Erfolg“ ausgerichtet ist, sondern einer Lebenshaltung ausdrückt.
Freiwillig für Menschen in Not. Rund 300 Notrufe gingen Ende Jänner bei oberösterreichischen Feuerwehren ein, als der Sturm Paula in weiten Teilen Oberösterreichs Verwüstungen anrichtete. Die Anrufer fanden Hilfe. 4400 Feuerwehrleute halfen mit, die Schäden zu beseitigen. Das zeigt: Wenn man in Not gerät, wenn Unvorhergesehenes geschieht, darf man hoffen: Jemand wird helfen.
Miteinander der Religionen. Zwölf katholische und acht muslimische Kinder der 4. Klasse Volksschule in Traun erzählten einander, wie in ihren Glaubensgemeinschaften die Feste gefeiert werden. In Pöndorf wiederum gab es im Rahmen eines Deutschsprachkurses gegenseitige Einladungen von ausländischen Teilnehmerinnen und den Österreicherinnen. Wo es so ist, werden Hetzer keinen Boden finden.
Nicht allein. Andorfer Frauen und Männer sorgen dafür, dass etwa 20 Rollstuhlfahrer/innen aus dem Altenheim regelmäßig zu Spazierfahrten in der Umgebung aufbrechen können. Dafür erhielt sie einen der Solidaritätspreise der KirchenZeitung. Menschen, die auch die Wünsche anderer im Sinn haben, lassen hoffen.
Für Tansania. Die vier Pfarren Niederthalheim, Atzbach, Desselbrunn und Wolfsegg haben zusammengeholfen und so ein Krankenhaus für eine Region in Tansania, die so groß wie die Schweiz ist, finanziert. Barbara Mayr aus Krenglbach und Eva Gründlinger aus Niederthalheim arbeiten dort als Krankenschwestern. Trotz der Probleme im heimischen Gesundheitswesen lassen Menschen nicht jene im Stich, die viel schlechter dran sind.
Mut zum Reden. Lampenfieber spüren viele, wenn es darum geht, sich vor anderen als Christ zu zeigen und zu äußern. 11.500 Kinder wurden 2008 auf die Erstkommunion vorbereitet, hauptsächlich durch ehrenamtliche Tischmütter und Tischväter. Günther Summereder aus Kallham ist einer der eher seltenen Männer, die sich darauf eingelassen haben. Er hat Kallhamer Kindern die Geschichte von Maria Magdalena erzählt. Wenn Kinder Erwachsene über ihren Glauben reden hören, wächst Kirche.
Zukunft bauen. Von 6. bis 8. November hat das Dekanat Linz-Nord eine „Dekanatssynode“ gehalten, um zu überlegen, wie man künftig die Stärken der Pfarren besser verknüpfen und Probleme gemeinsam lösen kann. Auch die Dekanate Eferding und Bad Ischl haben Ähnliches vor. Sie erproben schon heute, was sich in der ganzen Diözese künftig bewähren soll.
Kirchen-Sorgen
Die 2008 am häufigsten geäußerte Kirchensorge war wohl, wie es beim derzeitigen Mangel an Seelsorgern weitergehen kann. Einige Pfarren haben sich an Bischof Dr. Ludwig Schwarz gewandt. Sie wollten auch die Zölibatspflicht offen diskutiert wissen. Besonders spitzte sich die Situation nach dem „Tauferlass“ des Bischofs im Mai zu, in dem er bekräftigte, nach der weltkirchlichen Ordnung dürften nur Priester und Diakone die Taufe spenden. Bischof Schwarz hat diese Sorgen dann an zuständiger Stelle in Rom zur Sprache gebracht.
Weihbischof? „Wisst ihr Neues?“ So wurden wir in der Redaktion seit dem Frühjahr oft gefragt. Wann bekommt die Diözese einen Weihbischof, vor allem: Wer wird es sein? Und: Warum dauert es so lange, bis eine Entscheidung getroffen wird? Die kleine Sorge der KirchenZeitung: Egal wann, aber nur nicht nach Drucklegung der aktuellen Ausgabe.