Sie sitzen im Kreis und geben Auskunft: die Herren und Damen in den nun häufig zusammengerufenen Expertenrunden. Sie diskutieren, wie sich die Konjunktur weiterentwickeln würde, wann man wieder mit Wachstum rechnen könne, und wie ein Einzelner auf sein Vermögen achten kann. Krisenzeiten machen ratlos. Da ist die Meinung von Leuten gefragt, die sich auskennen. Einer davon steht diese Woche – am 8. Jänner – im Heiligenkalender: Severin von Noricum. Die Völkerwanderung hatte die Donauregionen erfasst. Wie heute die Flüchtlingsströme vom Süden her, so drangen damals von Norden die Germanenstämme vor und machten der seit 400 Jahren hier ansässigen römischen Bevölkerung zu schaffen Nichts würde bleiben, wie es war. Das ahnten die Menschen – und hatten Angst. Bete. Faste. Sei barmherzig! Das ist der kurz gefasste Rat, den Severin gab. Klingt fromm – aber in diesem Rat steckte Kraft, die die Menschen selbst in der Krise Hoffnung schöpfen ließ. Aus der Mitte zu leben, im Konsum sich auf das zu beschränken, was wirklich gut tut, und den Armen nur ja nicht aus den Augen zu verlieren. Das ist eine Formel, die selbst in der heutigen Krise eine Perspektive eröffnet.