Ausgabe: 2009/02, Herausforderungen, Chibueze C. Udeani, Kopf der Woche, Caritaswissenschaften, Caritas, Solidarität, solidarische Welt, Philosophie, Nigeria, ökumensisches Bildungsinstitut
07.01.2009
- Hans Baumgartner
Das Institut für Caritaswissenschaften in Linz hat einen neuen Leiter. Chibueze C. Udeani sieht in dieser Aufgabe eine Möglichkeit, seinen Beitrag für eine solidarischere Welt zu leisten.
Als Kind hat Chibueze Udeani vom Volk der Igbo den Biafra-Krieg erlebt. Caritas steht für ihn seither „für Leben, für Überleben“. Diese persönliche Erfahrung war für Udeani mit ein Grund, sich für die Leitung des Instituts für Caritaswissenschaften zu bewerben. Die in Österreich einmalige Einrichtung an der Katholisch-theologischen Privatuniversität Linz führt caritaswissenschaftliche Forschungs- und Lehrtätigkeit durch und begleitet die kirchliche Sozialarbeit durch Aus- und Fortbildungsangebote.
Persönliche Anküpfungspunkte, die Herausforderung, etwas Neues zu entwickeln, und die Verbindung von Theorie und Praxis waren für Udeanis bisherigen Stationen kennzeichnend. In Nigeria war er neben seiner Lehrtätigkeit in Philosophie auch Vizedirektor eines ökumenischen Bildungsinstituts. Sein Theologiestudium in Innsbruck (ab 1987) erweiterte er in Linz um mehrere Semester Wirtschaft. „Ich merkte, dass man als Theologe dort, wo es um globale Fragen geht, bald ansteht, wenn man nicht die Logik und Sprache der anderen versteht“, meint Udeani. Als Leiter des Caritas-Integrationszentrums „Paraplü“ in Steyr (1997–2001) entwickelte er mit seinem Team aus Sachkompetenz und persönlicher Betroffenheit neue Integrationsansätze. Beim Aufbau des im deutschen Sprachraum neue Akzente setzenden Zentrums „Theologie Interkulturell und Studium der Religionen“ an der Universität Salzburg (2002–2008) konnte Udeani seine vielfältigen Kompetenzen gut einsetzen. Udeani ist mit einer Vorarlbergerin verheiratet; sie haben zwei Kinder.
Dr. Chibueze C. Udeani: „Integration und interreligiöser Dialog haben nur dann eine Zukunft, wenn wir lernen, andere in ihrer Andersartigkeit zu verstehen. Wir sind nicht die einzig gültige Norm. Und wenn ich andere nur so verstehen will, wie es mir passt, werden viele Fehler geschehen.“