Als „lebendiges Gleichnis einer neuen Menschheit“ – so würdigte der belgische Primas, Kardinal Godfried Danneels, das Europäische Jugendtreffen der ökumenischen Taizé-Gemeinschaft in Brüssel. An dem Treffen, das am 1. Jänner 2009 zu Ende ging, nahmen mehr als 40.000 Jugendliche aus vielen europäischen Ländern teil. Der Prior von Taizé, Frère Alois, kam bei seinen abendlichen Impulsen immer wieder auf das Thema Europa zurück. Er beschwor den Aufbruchgeist der ersten Generation von Europapolitikern nach dem Zweiten Weltkrieg (Maurice Schuman, Alcide de Gasperi, Konrad Adenauer) und forderte die Jugendlichen auf, die Versöhnung unter den Völkern voranzubringen und sich im Kampf gegen Armut und Kriege einzusetzen. Vor allem angesichts der wirtschaftlichen Krise sei es wichtig, dass Europa sich in einer neuen Solidarität übe. Das Expogelände von 1958 am Rande von Brüssel verwandelte sich in den fünf Tagen des Taizé-Treffens in eine Art spirituelle Wärmestube – den klirrenden Außentemperaturen zum Trotz. Zu Füßen des „Atomiums“ sangen die Jugendlichen immer wieder gegen Dunkelheit und Kälte an. Kerzen und viel Stoff im typischen Taizé-Orange sorgten für eine behagliche Atmosphäre in den Messehallen. Wer dann immer noch fröstelte, fand bei den Kölner Maltesern Hilfe: In zwei Zelten kochten fünf Ehrenamtliche mehr als 96.000 Liter Tee.