Musik als Mittel gegen Langeweile, Frust und Depressionen von Asylwerber/innen, die während ihres Asylverfahrens in Österreich nicht arbeiten dürfen – so lautet die Idee hinter der CD „Eine Welt“, die Kolping-Österreich kürzlich präsentierte.
Die Besonderheit: Die Musikstücke auf der CD wurden von 25 Asylwerber/innen aus insgesamt zehn Ländern komponiert und eingespielt. Die Bandbreite reicht dabei von mongolischem Obertongesang über armenische Volkslieder bis zu Hip-Hop aus Angola. Musiziert wurde mit teils sehr „exotischen“ Instrumenten wie einer „Pferdekopfgeige“, Djembe-Trommeln oder der Maultrommel.
Deutschkurse. Die CD erscheint in einer Auflage von zunächst 1000 Stück. Mit der Hälfte des Verkaufspreises von 10 Euro werden kostenlose Deutschkurse für Asylwerbende im Kolpinghaus „Gemeinsam leben“ in Wien-Favoriten finanziert.
Vorurteile abbauen. Initiiert wurde das Projekt von der „Kolping“-Beratungsstelle „UMAKO“ („Unbegleitete Minderjährige AsylwerberInnen bei Kolping Österreich“), die derzeit rund 150 Asylwerbende betreut. Mit der CD will man auf deren Situation in Österreich hinweisen und zugleich Vorurteile abbauen, sagte Renate Draskovits, die Leiterin des Bereichs Sozialprojekte bei „Kolping Österreich“, im Rahmen der CD-Präsentation. „Es gäbe eine Fülle von Möglichkeiten, diese Menschen zum Wohl unserer Gesellschaft zu integrieren“, so Draskovits.
Leitung. Der Schlagzeugstudent Thomas Gartmayer – er ist selbst ehemaliger Mitarbeiter der „UMAKO“-Beratungsstelle – leitete die insgesamt zwei Jahre dauernden Aufnahmen zur CD. „Unter mongolischem Obertongesang habe ich mir am Anfang nichts vorstellen können“, benannte er seine anfänglichen Sorgen. Gartmayer erhofft sich von der CD „ein Zeichen an die Gesellschaft“, wenn Asylwerbende, während sie auf den Ausgang ihres Asylverfahrens warten, produktiv sind, obwohl sie einem Arbeitsverbot unterliegen.
- Die CD „Eine Welt“ (10 Euro zzgl. Versand-kosten) kann unter 01/587 35 42-37 oder per E-Mail an office@kolping.at bestellt werden.