Mitte des abgelaufenen Jahres brachte Tom Liwa eine neue Platte, die so abwechslungsreich, frech und aufregend ist, wie schon lange kein Liwa-Werk mehr. „Komm Jupiter” ist eine Mischung aus klassischem Liwa-Folk, Blues, ein bisschen Swing und verhuschtem Jazz. Mit dem Opener „Wintersonne” wiegt uns der Duisburger noch in der Sicherheit des Vertrauten – ein verträumtes Liebeslied im klassischen Singer-Songwriter-Gewand: „Meine Liebe zu ihr, die ist wie ein Fluss / Meine Liebe will hin zum Meer”. Dann das Erwachen: „Henriette Gugel-Öhers, Geborene Gugel” als reduzierter Blues-Stampfer und „Klicker der Fuchs” mit lustigem Swing im Refrain. „Wo Ludwig Adobar Den Engel Traf” ist voll Trost und Hoffnung und jenes Lied, mit dem Liwa das Versprechen einlöst, in jede seiner Platten diese himmlischen Lichtgestalten einzuflechten. Der Folk von „Eh Egal” wartet mit einigen der schönsten Bilder auf, die Liwa je entworfen hat: „Während sich das Weiß der Hochzeitskleider mit dem verwaschenen Grau der Straße vermischt / Sitz ich und ritz mit meinem Messer eine Blume in den Tisch”. Und am Ende noch selbstkritische Betrachtungen mit „Crazy Tom”, in denen sich Liwa durchaus angreifbar und fehlbar präsentiert. Am 28. Jänner schaut der deutsche Liedermacher auf einen kurzen Abstecher in Linz vorbei und wir haben die Möglichkeit, seinen Songs live im Linzer Altstadtlokal Smaragd zu lauschen.
- Tom Liwa und die Blauen Flecken – „Komm Jupiter” (erschienen bei Ludwig).