Für seine Verdienste um die Kirchenrechtswissenschaft verlieh die Katholisch-Theologische Privatuniversität Linz am 25. Mai 2009 P. Bruno Primetshofer (links im Bild) das Ehrendoktorat der Theologie.
Primetshofer gilt als international herausragender Kirchenrechtler. Generalvikar DDr. Severin Lederhilger bezeichnete ihn in der Laudatio als Meister des Ausgewogenen zwischen juridischer Stringenz, theologischer Reflexion und pastoralen Erfordernissen. Mit seiner Veröffentlichung über das Ordensrecht hat Primetshofer ein Standardwerk geschaffen.
Impulse von den Ostkirchen. Da Univ.-Prof. Primetshofer sowohl am Codex der lateinischen Kirche (1983) als auch am Codex der orientalischen Kirchen (1990) mitgearbeitet hat, verglich er in seiner Dankansprache die beiden Gesetzeswerke der römisch katholischen Kirche. Und er gab ein Beispiel, wo der lateinische Codex gut daran täte, sich am Recht der orientalischen Kirchen zu orientieren: bei den Bischofsernennungen. Während der lateinische Codex geradezu peinlich jeden Anschein von Mitwirkung an der Ernennung eines Bischofs vermeidet, ist es im orientalischen Recht undenkbar, dass ein Bischof ohne Einbindung der Ortskirchen ernannt wird, so Primetshofer: „Sollte es nicht sein, dass vom orientalischen Codex Impulse für die gesamte Kirche ausgehen?“ Primetshofers Vision: „Vielleicht ist der Tag nicht fern, an dem nicht mehr die Starre der lateinischen Gesetzgebung vorherrscht, sondern die Elastizität des orientalischen Rechts als steuerndes Element Geltung hat.“
Aus Oberösterreich. Primetshofer (geb. 1929) wuchs in Attnang-Puchheim auf. Seit 1958 lehrte der Redemptorist Kirchenrecht, von 1966 bis 1982 an der Johannes Kepler Universität (Linz), anschließend bis zu seiner Emeritierung 1997 an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien.