Österreichs Bischöfe wollen den Weg der Mitte stärken. So betonten sie am Höhepunkt der Kirchenkrise im Februar. Für Sonntag, 21. Juni lädt Bischof Ludwig Schwarz zum Gebet um die Einheit in der Diözese. Wie steht es um das Miteinander in der Diözese? Dazu ein Gespräch mit Bischof Ludwig Schwarz, Generaldechant Franz Wild und KA-Präsidentin Margit Hauft.
„Ja. Es ist schon viel geschehen“, antwortet Bischof Dr. Ludwig Schwarz auf die Frage, ob nach den Turbulenzen zu Jahresbeginn die Einheit in der katholischen Kirche von Oberösterreich tatsächlich besser spürbar wäre. „Besonders seit Ostern habe ich den Eindruck, dass große Bemühungen da sind, wieder zurückzukehren und an einem Strang zu ziehen, um den Weg der Kirche versöhnt miteinander zu gehen.“ „Tragende Säulen“, fügt Schwarz hinzu, „sind dabei die Treue zu Jesus Christus und seinem Evangelium, wie auch die Ausrichtung am Lehramt der Kirche.“ Bischof Schwarz hofft dabei, auch eine Gruppe, die nach wie vor den Kirchenbeitrag auf ein Treuhandkonto einzahlt, zu gewinnen. Diese ist mit dem Weg der Kirche in Oberösterreich nicht einverstanden. „Das ist ärgerlich“, betont Bischof Schwarz, denn der Kirchenbeitrag wäre von allen zu entrichten, „aber leider will diese Gruppe dies nicht“.
Noch kein Ansuchen um Weihbischof. Inzwischen hat Bischof Schwarz auch mit Rom gesprochen, wie es in der Frage eines neuen Weihbischofs weitergehen wird. Vereinbart wurde, dass man zunächst noch zuwartet. Ob es heuer noch zu einem neuerlichen Ansuchen kommen wird, darauf will sich Bischof Schwarz nicht festlegen.
Für offenes Gespräch. „Die Mitte gehört gestärkt!“ Das betont auch Generaldechant Franz Wild. Er hofft, dass die Kirchenleitung bereit sein wird, das Gespräch über die tatsächlichen Probleme in der Pastoral ernsthaft zuzulassen. Vor allem über die Kompetenzen der Laien und über die Kriterien zum Weiheamt brauche es das Gespräch – mit der Bereitschaft, auch Traditionen zu hinterfragen.
Am Beginn des Weges. Oberösterreichs Präsidentin der Katholischen Aktion Margit Hauft sieht nach den Turbulenzen die Diözese Linz am Beginn des Weges der Mitte. „Ein Weg der Mitte muss immer halten, er ist unsere ständige Aufgabe“, meint sie. Gut auf die Leute hinzuhören, das wäre besonders in der Krise wichtig. br>Die KA-Vorsitzende erhofft sich, dass in der Diözese tatsächlich alle im Gespräch bleiben. Sie wünscht sich aber auch, dass „wir zu dem stehen, was in unserer Diözese so gut gewachsen ist“. Hauft würdigt dabei die Bemühungen des Diözesanbischofs, nach den Konflikten eine Beruhigung zu erreichen. Sie hofft nun, dass auch die Verunglimpfungen von Menschen, die sich einsetzen, aufhören. Von Seiten des Linzer Priesterkreises hätte sie sich mehr Bemühungen um einen gemeinsamen Weg erwartet. Der Weg der Mitte ist ein mühsamer, sagt sie, aber „lassen wir uns überraschen“.
- Am kommenden Sonntag, 21. Juni, 15 Uhr, wird Bischof Schwarz im Linzer Mariendom einen Gottesdienst um Einheit in der Diözese Linz leiten. Anschließend: Erneuerung der Weihe der Diözese an die Gottesmutter Maria.