Studentinnen und Studenten des Studiengangs Soziale Arbeit der Fachhochschule Linz ist viel eingefallen, wie man dem Ausbrennen (Burnout) vorbeugen kann. Immer wieder nannten sie: Zeit für sich in Anspruch nehmen, lernen, auf seinen Körper zu hören.
Aber viele hören nicht auf ihren Körper. Eine von Roswitha Hölzl für ihre Masterarbeit über die Vorbeugung von Burnout in Sozialberufen befragte Sozialarbeiterin beschreibt ihr Schlittern ins Burnout: „Da waren Symptome, untrügliche, und ich hab das nicht wahrhaben wollen.“ Andere schilderten ihren Burnout-Zustand als „Gefängnis des Sich-schlecht-Fühlens“ bzw. mit „da ist der ganze Saft heraußen“.
Burnout vorbeugen. Roswitha Hölzls im Buch veröffentlichte Darstellung des Burnouts in Sozialberufen und welche Vorsorgen zu treffen sind, weist auf Typisches an Burnout hin und was helfen kann. Einen Schwerpunkt legt sie als Lehrende an der Fachhochschule auch auf die Ausbildung: Wichtig ist, so zitiert sie ein Burnout-Opfer in einem helfenden Beruf, dass die Menschen in der Ausbildung mit sich selbst konfrontiert werden: Wie bin ich gestrickt? Bin ich gefährdet? Bin ich eine Helferpersönlichkeit, die sich selber übersieht und selber überhört? Menschen in helfenden Berufen sind jedenfalls von Burnout besonders häufig betroffen. Frauen mehr als Männer. Die Helfenden müssen darauf vorbereitet werden, „nicht immer Erfolg zu haben, nicht immer Dankbarkeit zu ernten und nicht von allen Kollegen anerkannt zu werden“.
Sich selbst nahe sein. „Eine ausgebrannte Rakete, die antriebslos durch den Raum fliegt ... Eine verlöschende Kerze ... Ein Hamster im Laufrad.“ – Das sind Bilder, mit denen Roswitha Hölzl Burnout beschreibt. Aus massivem Burnout kommt man nicht mehr alleine heraus und braucht Hilfe. Jedenfalls gilt: Pausen machen! Sich selbst nahe sein.
Burnout
- Burnout tritt häufig bei Menschen auf, die über Jahre hinweg engagiert mit anderen Menschen arbeiten. Etwa Ärzte, Krankenschwestern, Lehrer, Sozialarbeiter, Priester etc.
- Warnsignale sind u.a.: vermehrtes Engagement für Ziele; hoher Leistungsanspruch, auch an sich selbst; Erschöpfung; Gefühl, nie Zeit zu haben; chronische Müdigkeit; Schlafstörungen; Motivationsverlust; Leistungsabfall; Zynismus; Herzklopfen; Verzweiflung; Gefühl der Sinnlosigkeit ...
Zitate
Eigene Bedürfnisse. Sich nahe ist jemand, der einen guten Zugang zu sich und seinen Bedürfnissen hat und auch weiß, wie er diese stillen kann.
Zu viel Begeisterung. Burnout kann auch aus Überengagement entstehen. Ein Zuviel an Arbeitsbegeisterung, das die Grenzen nicht mehr erkennen lässt.
Vorbeugen 1. Bewegung, Entspannung und inhaltliches Wissen über die Zusammenhänge sind die wichtigsten Vorsorgemaßnahmen gegen Burnout.
Vorbeugen 2. Manches ist ganz banal. – Das Reden miteinander fördern. Betriebe sollen Begegnungsräume schaffen und Kommunikation erleichtern.
Rahmenbedingungen. Die Rahmenbedingungen in den helfenden, pflegenden und Sozialberufen spielen eine große Rolle beim Burnout. Das sind schlechte Bezahlung, geringe Anerkennung, schlechte Ausstattung, überforderte Vorgesetzte.
- Roswitha Hölzl, Burnoutprävention in helfenden Berufen und ihre Anwendung in Ausbildung und Praxis; Schriften zur Sozialen Arbeit, Band 11, Fachhochschul-Studiengang Soziale Arbeit, edition pro mente, Linz, 176 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-901409-99-8.