Die Landesausstellung „Mahlzeit“ in Schlierbach überrascht mit Besucherandrang
Ausgabe: 2009/28
08.07.2009
- Matthäus Fellinger
Bereits am letzten Juni-Wochenende hat Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer bei der Landesausstellung „Mahlzeit“ im Stift Schlierbach die 100.000. Besucherin willkommen geheißen. Das Stift Schlierbach setzt zur Ausstellung dazu noch eigene Akzente.
„Mir ist bei dieser Ausstellung bewusst geworden, welch wichtige Bedeutung dieses Thema ,Essen und Trinken‘ für unser Leben hat“, erzählt Stifts-Administrator P. Martin Spernbauer: die Bedeutung des Mahles, die damit verbundenen Riten, die gemeinschaftsbildenden Aspekte. Und besonders hebt P. Spernbauer die Dimension der Gerechtigkeit hervor. „Es ist schlimm, wenn Menschen in den Grundbedürfnissen nicht befriedigt werden können, weil sie zu wenig zu essen haben.“P. Martin hat gerade das beim Matura-Gottesdienst zur Sprache gebracht. Aber auch die vielen Schüler/innen, die gegen Ende des Schuljahres die Ausstellung besuchen, sind gerade von dieser Frage der Gerechtigkeit bewegt.
Auch ein geistliches Programm. Dass die Landesausstellung zustandekam, daran war natürlich die Stiftskäserei besonders interessiert. Sie kann so zusammen mit der in der Region starken biologischen Landwirtschaft auf ihre Produkte aufmerksam machen. Doch der Stiftsgemeinschaft mit den derzeit 15 im Stift lebenden Patres geht es auch stark um die religiöse Dimension. Mitten in die Ausstellung eingebaut findet sich ein Raum der Stille. Darin werden die Besucher zur Meditation über das Thema „Brot und Wein“ – als Leib und Blut Christi – angeregt.Namhafte Referenten halten im Monatsrhythmus geistliche Vorträge. So wird am 24. Juli der Dogmatiker Dr. Gottfried Bachl über „Eucharistie als Brot vom Himmel“ sprechen.
Der besondere Sonntag. Während der ganzen Ausstellungsdauer bis 2. November wird in der Stiftskirche für die Ausstellungsbesucher eine Sonntagsmesse „eingeschoben“. Jeweils um 10.30 Uhr gestalten Kirchenchöre der Region und der Stifts-Chor Gottesdienste. Diese werden sehr gut angenommen. Der Stifts-Chor bringt dabei alle sechs großen Haydn-Messen zur Aufführung.Die Stiftskirche selbst gehört zwar nicht zur Ausstellung. Doch viele kommen auch in die Kirche. Meditative Musik lässt sie hier noch einmal eintauchen in die Thematik „Unser tägliches Brot gib uns heute“. Gruppen können sich melden und sie werden dann von P. Spernbauer oder einem anderen der Patres in der Kirche begrüßt und eingeführt. „Wir wollen so, wie es unsere Ordensregel sagt, Gastfreundschaft üben“, sagt P. Martin. Für die Ausstellung sind die Patres aus ihrem Refektorium ausgezogen. Sie essen jetzt im Speisesaal der Schüler. Auf dem Weg zu ihren Zimmern begegnen sie im Kreuzgang den Ausstellungsbesuchern. Der Gewinn überwiegt so manche Beeinträchtigung, meint P. Spernbauer. Viele Gäste schätzen, dass sie das Kloster so hautnah miterleben können. Vielleicht – hoffen die Zisterzienser – hat die Ausstellung auch für das Kloster eine nachhaltige Wirkung.
ZUM THEMA
Das Extra-Programm
Geistliche Vorträge: Jeden Monat gibt es im Rahmen der Landesausstellung im Stift Schlierbach einen geistlichen Vortrag.
Die nächsten Termine:
Freitag, 24. Juli, 19.30 Uhr, „Kommt und esst!\" – Eucharistie als Brot vom Himmel. Mit Univ. Prof. em. Dr. Gottfried Bachl.
Freitag, 21. August, 19.30 Uhr, „Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt ...“, mit Msgr. Mag. Helmut Schüller.
Sonntagsmesse. Jeden Sonntag, 10.30 Uhr wird eine Sonntagsmesse zusammen mit einem Chor aus der Region besonders festlich gestaltet.
Gespräch. Jeden Freitag Nachmittag steht ein Pater des Stiftes für ein Gespräch zur Verfügung. Anmeldung bei der Pforte.