Der Stand der Sicherungsarbeiten am Stollensystem St. Georgen an der Gusen wurde am 1. Juli von der BIG – Bundes Immobilien Gesellschaft, die etwa 280 Luftschutzstollen aus dem Zweiten Weltkrieg von der Republik Österreich übernommen hat, der Öffentlichkeit präsentiert.
Die BIG investiert in die Sicherung der Stollen. Das St. Georgener Stollensystem ist das größte und schwierigste. Es war auch Ort des NS-Projektes „Bergkristall“ – und dies ist der Grund, warum es besorgte Stimmen zur Zukunft des Stollens gibt. So teilt auch der Fachausschuss „Papa Gruber“ der Pfarre St. Georgen/Gusen die Bestürzung vieler „über die Verfüllungen“ der Stollenanlage. Der Fachausschuss befasst sich mit dem Leben, Wirken und Martyrium von Dr. Johann Gruber, des oberösterreichischen Priesters und innovativen Pädagogen, der am Karfreitag des Jahres 1944 im Konzentrationslager Gusen grausam ermordet wurde.
„Bergkristall“. „Die derzeit laufenden Verfüllungen der Stollenanlage ,Bergkristall‘, die sich in unmittelbarer Nähe der Pfarrkirche St. Georgen/Gusen befindet und zum ehemaligen KZ Gusen gehört, stellen einen Affront gegenüber den unschuldigen Opfern und deren Hinterbliebenen dar. Wir befürchten außerdem, dass wichtige historische Spuren vernichtet werden. In den unterirdischen Rüstungswerken mussten zehntausende Menschen Sklavenarbeit leisten und starben unter schrecklichsten Bedingungen“, heißt es in einer Stellungnahme des Fachausschusses.
Teile erhalten. Man verstehe, dass Sicherungsmaßnahmen notwendig sind, appelliere aber an die Verantwortlichen, von einer großflächigen Verfüllung Abstand zu nehmen und Teile des Stollensystems für Besucher zu öffnen sowie eine Gedenkstätte einzurichten.